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Im Sommer wird in Niedersachsen Christlicher Religionsunterricht eingeführt, eine bundesweit neue Form. Was Forschende dabei untersuchen.
Die Einführung eines von katholischer und evangelischer Kirche gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterrichts in Niedersachsen wird wissenschaftlich begleitet. Forscher der Universitäten Osnabrück und Göttingen untersuchen in einem Projekt die ersten beiden Jahre des neuen Schulfachs "Christliche Religion nach evangelischen und katholischen Grundsätzen" (CRU), teilt die Uni Osnabrück mit.
Das neue Fach soll zum Schuljahr 2026/27 eingeführt werden und gilt als bundesweite Premiere. Erstmals verantworten evangelische und katholische Kirche den Unterricht gemeinsam auf Grundlage gemeinsamer Lehrpläne. Das Modell knüpft an die bisherige konfessionelle Kooperation an, geht aber darüber hinaus. Derzeit werden die Lehrpläne zwischen den Kirchen und dem Land abgestimmt.
Interviews vor allem in der Anfangsphase
"Mit dem CRU betreten wir tatsächlich Neuland", sagt Religionspädagoge Jan Woppowa, der die Studie gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern leitet. Ziel des Projekts ist laut Mitteilung, Unterschiede zum bisherigen Religionsunterricht herauszuarbeiten und die praktische Umsetzung im Schulalltag zu analysieren. Dabei stehen Unterrichtspraxis, Fachverständnis und mögliche Auswirkungen auf die ökumenische Zusammenarbeit im Fokus.
Für die Studie begleitet das Forschungsteam verschiedene Schulen und führt Interviews mit Lehrern und weiteren Beteiligten. Gerade die Anfangsphase sei besonders aufschlussreich, da sich hier zeige, wie das neue Modell im Unterricht angenommen und umgesetzt werde, heißt es. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 227.000 Euro.
Änderungen im Lehrplan
Vor dem Start des CRU in Niedersachsen sind zahlreiche Änderungswünsche an den Entwürfen der Lehrpläne eingegangen. Bis Ende März seien im Rahmen eines Anhörungsverfahrens rund 30 Stellungnahmen mit insgesamt etwa 135 Änderungs-, Streichungs- oder Erweiterungsvorschlägen eingereicht worden, teilt das Kultusministerium der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Zuerst hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.
Die Beiträge stammen demnach von Lehrerverbänden, Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen. Der Umfang liege im Rahmen vergleichbarer Verfahren zu Kerncurricula anderer Fächer. Die Hinweise reichten von formalen Korrekturen über theologische Fragen und religionskundliche Anmerkungen bis hin zu Überlegungen zur Ausrichtung des Faches, etwa mit Blick auf andere Religionen.
Update 15.30 Uhr: Kasten