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Ab 1. Juli müssen Touristen für Deutschlands bekannteste Kirche zahlen. Wie hoch ist der Eintritt, welche Ermäßigungen und Kombi-Tickets gibt es?
Was kostet der Eintritt in den Kölner Dom und wer muss ihn zahlen?
Touristische Besucherinnen und Besucher müssen künftig in der Regel 12 Euro zahlen. Wer eine Kerze anzünden oder beten will, kann das weiter kostenfrei tun. Für diese Personen ist ab Mittwoch der Nordeingang des Kölner Doms vorgesehen. Von dort aus haben sie jedoch nur eingeschränkten Zugang zur Kirche. Eine "Gesinnungsprüfung" beim Einlass wird es laut Dompropst Guido Assmann nicht geben. Wer also mal kurz in den Dom schauen will, kann das über den Nordeingang tun, wird dann aber nicht alles sehen. Auch für Gottesdienstbesuchende bleibt der Dom kostenfrei geöffnet - über das Nordportal und zu größeren Gottesdiensten auch über das Hauptportal im Westen.
Wer kommt kostenfrei in den Kölner Dom?
Gratiszugang erhalten Kinder bis 13 Jahre sowie Menschen mit Schwerbehinderung und eine Begleitperson. Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins müssen ebenfalls keinen Eintritt für die Kathedrale zahlen, weil sie sich mit ihren Mitgliedsbeiträgen bereits an deren Erhalt beteiligen. Für jeden gratis geöffnet ist der Dom am 1. Mai, am 3. Oktober, in der Langen Nacht der Kirchen in Köln, während der Dreikönigswallfahrt und zum Dreikönigsfest - also am 6. Januar bis zum darauffolgenden Sonntag.
Wer bekommt ermäßigte Tickets für den Kölner Dom?
Ermäßigte Tickets für 6 Euro erhalten Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende, Studierende, Begleitpersonen von Schulgruppen und Inhaber von Sozialpässen aller Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Rentnerinnen und Rentner müssen den vollen Preis zahlen.
Gibt es Kombi-Tickets für den Kölner Dom?
Nein, wer das Domschatzmuseum besuchen oder eine Turmbesteigung machen möchte, muss extra zahlen. Auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Gruppenführung müssen zusätzlich den Eintritt entrichten.
Wann kann man den Kölner Dom besuchen?
In der Regel zwischen 10.00 Uhr und 17.45 Uhr, an Sonn- und Feiertagen zwischen 13.30 Uhr und 16.30 Uhr. Der Einlass schließt 15 Minuten früher.
Wo können Touristinnen und Touristen das Ticket für den Kölner Dom kaufen?
Das ist online unter www.koelner-dom.de möglich. Zudem gibt es eine Kasse im Kurienhaus am Roncalliplatz nahe des Doms. Sie ist zwischen 9.00 und 17.30 Uhr besetzt.
Sind 12 Euro Eintritt viel?
Nein, findet Domrendant Clemens van de Ven. "Ganz im Ernst: Was bekommen Sie für 12 Euro Gegenwert?" Mehrere Museen in Köln seien deutlich teurer. Trotzdem: In Deutschland sind Zugangsgebühren für Kirchen ungewöhnlich. Eine Ausnahme ist der Berliner Dom. Die evangelische Kirche kostet 15 Euro Eintritt - pro Jahr. Das Ticket für den Kölner Dom ist nur für einen einmaligen Besuch gültig. Im Ausland müssen Touristen allerdings oft tiefer in die Taschen greifen. So verlangt die Sagrada Família in Barcelona 26 Euro pro Besuch.
Warum wird das Eintrittsgeld für den Kölner Dom eingeführt?
Der Kölner Dom verursacht mehr Kosten als Einnahmen. Für das laufende Jahr sind Ausgaben von 16 Millionen Euro geplant, die Finanzierungslücke beträgt vier Millionen Euro. Derzeit besuchen sechs Millionen Menschen pro Jahr den Dom. Mit Einführung der Tickets wird sich diese Zahl jedoch vermutlich verringern. Das war so zumindest bei anderen Kirchen zu beobachten.
So sieht es in Europa aus
In Deutschland sind die meisten katholischen Kirchen frei zugänglich, auch touristische Highlights wie die bayerische Wieskirche, die zum Weltkulturerbe gehört. Bei evangelischen Kirchen sieht es zum Teil anders aus. Im Berliner Dom ist ein Besichtigungsticket ab 15 Euro zu erwerben, es ist ein Jahr gültig. Fünf Euro müssen Erwachsene seit Mai in der evangelischen Kirche St. Sebald in der Nürnberger Altstadt zahlen. In der mehr als 700 Jahre alten Kirche wurde schon Albrecht Dürer getauft. Medien berichten, auch für die benachbarte Lorenzkirche werde Eintritt erwogen. Dort befindet sich der sogenannte Engelsgruß, ein berühmtes Kunstwerk von Veit Stoß von 1517/18. Andere evangelische Kirchen wie St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber mit dem bekannten Heiligblut-Altar des Würzburger Schnitzkünstlers Tilman Riemenschneider erheben eine solche Gebühr schon länger.
In Österreich verlangen große Sehenswürdigkeiten wie der Stephansdom in Wien Eintritt. Das Ticket - 29 Euro für Erwachsene - umfasst die eigenständige Besichtigung der Domkirche mit einem digitalen Audioguide für das Smartphone, die selbstständige Besichtigung des Süd- und Nordturmes, die Teilnahme an einer öffentlichen Katakombenführung und die Besichtigung des Dommuseums.
In England wird in vielen historischen Kirchen Eintritt genommen. So kostet ein Erwachsenen-Ticket für die Saint Paul's-Kathedrale in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey sind es 31 Pfund (35 Euro).
Die meisten großen Kirchen in Frankreich wie Notre Dame oder Sacré-Coeur in Paris sowie Kathedralen in Reims und Chartres sind kostenfrei zugänglich. Oft wird lediglich eine Gebühr für Turmbesteigung oder Krypta erhoben.
In Italien können Kirchen häufig ohne Gebühr besichtigt werden. Das gilt sowohl für den Petersdom, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Lateranbasilika in Rom als auch für die Dome von Florenz und Neapel. Manche berühmte Kirchen wie der Mailänder Dom oder der Markusdom in Venedig kosten Eintritt.
In Spanien ist Eintritt die Regel. Ein berühmtes Beispiel ist die Sagrada Família in Barcelona (Tickets ab 26 Euro). Auch in vielen anderen Kathedralen wie in Sevilla oder Toledo werden Gebühren erhoben. Die Kathedrale von Palma auf Mallorca kostet zehn Euro Eintritt. | KNA, jjo