BRAUCHTUM

Münsterländer Pfarrei gedenkt afrikanischer Märtyrer – das steckt dahinter

47 Christen sind Ende des 19. Jahrhunderts in Ostafrika getötet worden. Ihrer wird auch in Deutschland gedacht. Was im Bistum Münster geplant ist.

Trommeln und afrikanische Gesänge werden am Wochenende in der Pfarrei St. Peter und Paul in Velen-Ramsdorf (Kreis Borken) erklingen. In Deutschland lebende Christinnen und Christen aus Uganda würdigen am Samstag, 13. Juni, mit einem Gedenktag die sogenannten Uganda-Märtyrer. Das sind 24 katholische und 23 anglikanische Christen, die zwischen 1885 und 1887 im Ort Namugongo in Uganda von dem damaligen Herrscher während der Christenverfolgung in Ostafrika wegen ihres Glaubens getötet worden sind.

Dass das deutschlandweite Gedenken in diesem Jahr im Bistum Münster stattfindet, dafür hat Pastor Godfrey Kalema gesorgt. „Die Feier ist immer in einer Gemeinde, in der ein ugandischer Priester tätig ist“, erklärt er im Gespräch mit Kirche+Leben. Der Ugander lebt seit neun Jahren in Deutschland. Er ist Mitglied des Diaspora-Netzwerks „Uganda Martyrs Community Germany“. Die Gruppe organisiert das Fest, das jedes Jahr in einer anderen deutschen Pfarrei stattfindet.

Diaspora-Netzwerk plant Feier

Dem Netzwerk gehören laut Kalema etwa 100 Nonnen, Priester sowie Laiinnen und Laien an. In Deutschland gebe es jedoch nur wenige ugandische Priester. „Im Bistum Münster waren wir mal zu dritt, aber mittlerweile bin ich hier der einzige Priester aus Uganda“, so Kalema.

Die größte Gemeinschaft ugandischer Christinnen und Christen in Deutschland gebe es im Erzbistum Köln. Dennoch konnte Kalema das Fest in diesem Jahr in seine Pfarrei in Velen holen. In der Ramsdorfer St.-Walburga-Kirche feiert die Gemeinde am 13. Juni um 11 Uhr eine Heilige Messe. Neben dem Chor St. Stephanus aus Gescher-Hochmoor wird der ugandische Chor aus dem Erzbistum Köln den Gottesdienst musikalisch begleiten. Zur Gabenbereitung werden Kommunionkinder einen Tanz aufführen.

Bis zu 300 Gäste erwartet

Anschließend feiert die Pfarrei auf dem Kirchplatz weiter. Auch hier soll getrommelt und getanzt werden. „Herzlich willkommen“, sagt Kalema und freut sich auf den Austausch mit den Menschen. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre rechnet der Pastor mit 100 ostafrikanischen Gästen, die in der deutschen Diaspora leben. „Insgesamt kommen 250 bis 300 Teilnehmende“, schätzt er.

Die Uganda-Märtyrer wurden 1964 von Papst Paul VI. heiliggesprochen. An der Gedenkfeier im ugandischen Wallfahrtsort Namugongo nehmen jährlich hunderttausende Menschen teil. Wegen des Ausbruchs von Ebola-Infektionen in Ostafrika im Mai 2026 wurde dort die Wallfahrt verschoben, die sonst jedes Jahr am 3. Juni zu Ehren der Märtyrer begangen wird. „In Uganda kommen so viele Menschen. Eine so große Feier wäre wegen Ebola zu gefährlich gewesen“, sagt auch Kalema.

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