PILGERN

Jakobsweg ohne Muschel? Neuer Pilgerweg führt durch das Bistum Münster

Über eine Ländergrenze nach Münster: Wo die Route genau langführt und warum sie nicht mit der berühmten Jakobsmuschel ausgezeichnet wird.

Ein neuer Pilgerweg verbindet künftig die niederländische Nordseeküste mit dem Bistum Münster: Die rund 480 Kilometer lange Strecke beginnt auf der Insel Schiermonnikoog und endet in Münster.

Thematisch orientiert sich der Weg an Stationen des heiligen Liudger, des ersten Bischofs von Münster. So führt der Weg beispielsweise durch das niedersächsische Nordhorn, wo Liudger um das Jahr 800 eine Holzkirche errichten ließ. Oder über den Weiler von Helwerd in der Provinz Groningen, wo Liudger den Barden Bernlef von seiner Blindheit geheilt haben soll.

Träger des Projekts ist die niederländische Pilgerstiftung Groningen. Diese bezeichnet die Route als Jakobsweg – eine offizielle Auszeichnung mit der Jakobsmuschel wird es jedoch nicht geben, erklärt die Stiftung gegenüber Kirche+Leben.

Durch Ems- und Münsterland

Geplant ist die Strecke in 24 Etappen mit jeweils etwa 20 Kilometern. Von der niederländischen Wattinsel führt der Weg über Groningen und weitere Orte im Norden der Niederlande, bevor er die deutsch-niederländische Grenze überschreitet.

In Deutschland verläuft die Route zunächst durch das Emsland und anschließend durch das Münsterland bis nach Münster. „Münster ist ein internationaler Knotenpunkt von Jakobswegen. Von dort kann man weiter Richtung Santiago de Compostela oder Rom pilgern“, erklärt Initiator und Stiftungsvorsitzender Peter Dijkstra.

Teure Genehmigungen für Jakobsweg

„Die Route wird nicht beschildert, weil dazu Genehmigungen notwendig sind, die für uns viel zu teuer sind. Dadurch hätten wir außerdem weitere fünf Jahre mit der Vorbereitung verbracht“, so Dijkstra weiter. Stattdessen stellen die Initiatoren für jede Etappe GPS-Daten, also Geodaten für Navigationsgeräte, Karten sowie Beschreibungen kostenlos zur Verfügung, die unter anderem über eine Wander-App abrufbar sind.

Offiziell eröffnet wird der neue Pilgerweg am 9. April. Die Pilgerstiftung habe die Route gemeinsam mit regionalen Partnern entwickelt, darunter auch Emsland-Tourismus. Dessen Geschäftsführer Uwe Carli sagt: „Wir sind einer von mehreren sogenannten regionalen Partnern, die bei der Festlegung der berücksichtigten Wanderstrecken behilflich waren.“

Eröffnungsveranstaltungen im Bistum Münster

Zur Eröffnung sind vom 9. bis 12. April Veranstaltungen entlang der Strecke geplant, auch auf dem Gebiet des Bistums Münster. Am 10. April gibt es Vorträge in den Klosteranlagen Frenswegen im benachbarten Bistum Osnabrück und im Kloster Bentlage in Rheine. Auch im Friedenssaal und im Haus der Niederlande in Münster wird es an dem Tag Programm geben.

Nach Angaben der Initiatoren soll der neue Pilgerweg neben spirituellen Angeboten auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken und die beteiligten Regionen touristisch vernetzen. Zudem ist eine Nebenroute in Richtung Oldenzaal vorgesehen. Laut Dijkstra wurden für die Entwicklung der Strecke mehrere bestehende Ideen zusammengeführt, darunter der Wunsch nach einer Verbindung zwischen dem Kloster Ter Apel bei Groningen und dem Kloster Bentlage sowie nach einem Jakobsweg durch den Osten der Niederlande.

Das Auftaktprogramm gibt es hier: Programmöffnungswochenende 9.–12. April 2026. Ebenfalls auf der Webseite der Pilgerstiftung wird ab dem 9. April die Routenführung samt Karte und Etappen veröffentlicht.

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