AMTSANTRITT

Neuer Bischof Wilmer: Das sind seine ersten Termine im Bistum Münster

Leitung von Bischofskonferenz und Bistum – was heißt das für den Terminkalender? Wo und wie wohnt Heiner Wilmer? Kirche+Leben kennt Antworten.

Die Frage kommt immer wieder: Bistum Münster und Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz – wie will Bischof Heiner Wilmer das schaffen? Ein Blick in seinen Terminkalender zeigt die Doppelfunktion bereits deutlich, schon in der ersten Woche nach seiner Amtseinführung in Münster.

Die Woche verbringt der neue Bischof zu größeren Teilen in Berlin: Am Montag und Dienstag, 22. und 23. Juni, tagt der Ständige Rat der Bischofskonferenz, in dem die 27 deutschen Diözesanbischöfe beraten – diesmal in der Bundeshauptstadt – und den Wilmer als Vorsitzender leitet.

Heiner Wilmer in Berlin

Am Mittwoch ist der Bischof beim Jahresempfang des Deutschen Caritasverbands in Berlin. Bei diesem Abend, der auch der politischen Vernetzung dient, begegnet er unter anderem Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). Der Empfang ist in einen mehrtägigen Caritas-Kongress eingebettet, zu dessen Eröffnung am Mittwoch Wilmer auch einen spirituellen Impuls geben wird.

Diese Termine in der Hauptstadt sind öffentlich bekannt, weitere Angaben macht die Pressestelle der Bischofskonferenz auf Kirche+Leben-Anfrage nicht.

Erster Termin in Münster

Am Freitag, 26. Juni, nimmt Heiner Wilmer einen der ersten Termine im Bistum wahr: In einem Pontifikalamt um 15 Uhr im Dom in Münster wird er neuen Religionslehrkräften die „Missio canonica“ verleihen, teilt auf Kirche+Leben-Anfrage die Bischöfliche Pressestelle mit.

Da Lehrerinnen und Lehrer katholischen Religionsunterricht an Schulen im Auftrag der jeweiligen Kirche erteilen, erhalten sie die entsprechende Beauftragung durch den Bischof. Damit ist eine der ersten Amtshandlungen von Heiner Wilmer, Menschen mit der Weitergabe des Glaubens zu beauftragen. Und das, wo er selbst Religionslehrer unter anderem in Vechta und Schulleiter im Emsland war.

Bischof Wilmer beim Diözesanrat

Am Freitag, 3. Juli, nimmt der Bischof an der Sitzung des Diözesanrats teil, seines obersten synodalen Beratungsgremiums. Dort kommen die Weihbischöfe, der Generalvikar, Abgesandte des Priesterrats, des Diakonenrats, des Rats der Pastoralreferentinnen und -referenten und des Ordensrats zusammen, zudem Laien-Delegierte aus allen Kreisdekanaten und dem Oldenburger Land sowie Vertreter des Diözesankomitees der Katholiken.

Der Diözesanrat berät die großen Themen und geplante Schwerpunkte im Bistum. Entscheidungsbefugnis hat er nicht – die liegt rechtlich allein beim Bischof. Vorgänger Felix Genn hatte Beschlüsse des Diözesanrats in der Vergangenheit aber für gewöhnlich umgesetzt oder sich eng daran orientiert.

Pontifikalamt zur Großen Prozession

Am Sonntag, 5. Juli, stellt sich Heiner Wilmer in eine lange münstersche Tradition – die Große Prozession. 1382 starben in Münster mehr als 8.000 Menschen an der Pest, und ein Brand verwüstete große Teile der Stadt. Daraufhin gelobten die Gläubigen, jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli in Prozession durch die Stadt zu ziehen. Das tun sie seit 1383.

Der Weg führt nach einem Stationsgottesdienst um 10 Uhr in der St.-Lamberti-Kirche durch die Innenstadt und über den Prinzipalmarkt zum Dom. Dort feiert Bischof Wilmer um 11 Uhr das Pontifikalamt zum Abschluss.

Wo wohnt Bischof Heiner Wilmer?

Im Bischofshaus am Domplatz ist er in den Gebäudeflügel eingezogen, den zuvor auch Bischof Genn bewohnte. Die Wohnung wurde laut Bischöflicher Pressestelle aber verkleinert, um Privat- und Büro-Bereich deutlicher zu trennen. Das ist auch deswegen wichtig, weil Heiner Wilmer mehrere Referenten zuarbeiten werden.

Allein wohnt er im Bischofshaus übrigens nicht: Einige Canisianerbrüder sind bereits vor einiger Zeit in jene Wohnung eingezogen, in der zuvor Vorsehungsschwestern lebten. In Gemeinschaft mit Canisianern hatte Wilmer bereits im Bischofshaus in Hildesheim gelebt.

Was ändert sich für die Pfarreien?

Zwei Auswirkungen des Bischofs-Wechsels sind bereits in allen Pfarreien des Bistums hör- und sichtbar: Im Hochgebet der Eucharistiefeier wird ab sofort – Felix Genn war beim Einführungsgottesdienst am Sonntag der Erste – für Papst Leo und Bischof Heiner gebetet.

Ein Porträt des Bischofs hängt zudem in zahlreichen Sakristeien von Kirchen im Bistum Münster. Die Bischöfliche Pressestelle teilt mit, die Pfarreien hätten eine entsprechende Bilddatei bereits erhalten.

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