SOMMERLICHE TAGESTRIPS (4)

Ökumene in idyllischen Gemäuern: Kloster Frenswegen

Sie suchen ein Ausflugsziel in der Region? Wir haben sieben Tipps zusammengestellt. Heute: Kloster Frenswegen in der Grafschaft Bentheim.

Die Atmosphäre der malerischen Klosteranlage und die Natur in Frenswegen bei Nordhorn in der Grafschaft Bentheim bieten den idealen Ort, um zur Ruhe zu kommen. Die Klosteranlage hat viele Vorzüge: Wer kommt, findet ein Bett, gutes Essen, ein Café, Natur sowie Plätze zum Verweilen und zum Beten.

„Packen Sie Ihren Koffer und kommen Sie nach Frenswegen. Oft haben wir auch kurzfristig Zimmer frei“, ist auf einem Flyer des Klosters zu lesen. Geworben wird für ein paar Tage Auszeit, um einmal aus dem Alltagstrott auszusteigen und aus einer anderen Perspektive auf das Leben zu schauen.

Sechs Konfessionen unter einem Dach

Bundesweit und international Schlagzeilen machte das Kloster 1974, als eine ökumenische Stiftung das ehemalige Augustinerkloster übernahm und sechs Kirchen unter einem Dach vereinigte. Stifter waren damals der Evangelisch-reformierte Synodalverband, der Landkreis Grafschaft Bentheim und das Fürstliche Haus zu Bentheim und Steinfurt. In europaweit einmaliger Weise hatten sich Reformierte und Lutheraner, Baptisten und Katholiken, Herrnhuter und Altreformierte zusammengetan, um das aus dem Mittelalter stammende Gebäude neu mit geistlichem Leben zu füllen.

„Als ökumenisches Tagungs- und Gästehaus steht Kloster Frenswegen allen offen, die innehalten und neue Anstöße finden möchten. Die besondere Atmosphäre des Hauses und die spürbare Jahrhunderte alte Tradition bilden den idealen Raum für Gemeinde- und Gruppenfahrten, Tagungen, Seminare und Empfänge“, heißt es aus der Einrichtung.

Ort der Kultur und Suche

Kloster Frenswegen war jahrhundertelang ein Ort der Theologie, der Kultur und der Suche nach dem, was über den Tag hinausgeht, was Sinn gibt und Horizont: Gegründet wird das Augustiner-Chorherrenstift 1394. Wenig später wird mit dem Bau der spätgotischen Hallenkirche begonnen. 1588 kommt es zur Einführung der evangelisch-reformierten Bentheim-Tecklenburger Kirchenordnung.

1671 wird das Kloster dem Bistum Münster einverleibt. Das Kloster erlebt eine zweite Blüte. 1803 wird es säkularisiert. Wenig später geht es in den Besitz des Fürsten zu Bentheim und Steinfurt über.

Wechselvolle Geschichte

Im Lauf der Zeit verfällt die Klosteranlage. Sie dient als Unterbringung von Zollbeamten, die an der deutsch-niederländischen Grenze tätig sind. Während der Nazi-Diktatur errichtet die Hitlerjugend dort ein „Wehrertüchtigungscamp“. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden dort Vertriebene untergebracht.

Heute ist der Ort beliebt für Veranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen und Konzerte, für Zusammenkünfte von Einrichtungen und von kirchlichen Gruppen. Gottesdienste werden in der 1996 geweihten Kapelle gefeiert. Seit 1997 findet dort das ökumenische Morgengebet statt. Es ist zu einem festen Angebot an jedem ersten Montag im Monat geworden.

Adresse: Klosterstraße 9, 48527 Nordhorn
Öffnungszeiten: Klosterführungen nach Absprache
Verpflegung: Das Café am Kloster ist mittwochs bis sonntags von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Montag und Dienstag ist Ruhetag. Ab einer Gruppengröße von 15 Personen bietet die Einrichtung eine Klosterführung mit einer Kaffeetafel am Nachmittag an.
Tipps in der Umgebung: Mit der „Grafschafter Fietsentour“ und der „Vechtetalroute“ bieten sich gut ausgeschilderte Radwege an. Ein beliebter Ausflug führt in das niederländische Künstlerdorf Ootmarsum, das etwa zehn Kilometer entfernt liegt. 

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