Als historischer Schauplatz erinnert der nördlichste Marienwallfahrtsort Deutschlands an den Widerstand gegen die Nazis. Aber nicht nur daran.
Es ist ein besonderes Jahr für Bethen. Auch wenn 90 Jahre kein echtes Jubiläum sind – begehen will der nördlichste Marien-Wallfahrtsort Deutschlands die Erinnerung daran dennoch: dass am 18. November 1936 mehrere Tausend Pilger aus der gesamten Region in Bethen gegen die nationalsozialistischen Machthaber aufbegehrten.
Und auch daran, dass es mit dem später als Kreuzkampf bekannt gewordenen Widerstand gelang, den NS-Minister für Schulen und Kirchen im Land Oldenburg zur Rücknahme eines Erlasses zu zwingen: Der wollte alle Kreuze und andere religiöse Zeichen aus staatlichen Einrichtungen entfernen lassen – auch aus Schulen. Aber er hatte den Widerstand der Katholiken unterschätzt.
Ausstellung zum Kreuzkampf
Insbesondere die Erinnerung an diese Ereignisse prägt das Jahresprogramm des Wallfahrtsortes am Rand von Cloppenburg. Eine Ausstellung in Bethen ist geplant, deren Starttermin noch nicht endgültig feststeht. Auch mehrere Wallfahrten würden das Thema Kreuzkampf aufgreifen. Etwa die traditionell größte, die Landesfrauenwallfahrt, in diesem Jahr am 30. Juni.
Ähnlich wie eine vierteilige Konzertreihe, zu der das Offizialat anlässlich des Kreuzkampf-Gedenkens an mehreren Orte einladen werde – „mit einem Auftaktkonzert am 18. September mit Texten zum Thema in Bethen“, sagt Wallfahrtsrektor Dirk Költgen im Kirche+Leben-Gespräch.