WALLFAHRT 2026

Bethen-Wallfahrt 2026: Erinnerung an den Kreuzkampf

Als historischer Schauplatz erinnert der nördlichste Marienwallfahrtsort Deutschlands an den Widerstand gegen die Nazis. Aber nicht nur daran.

Es ist ein besonderes Jahr für Bethen. Auch wenn 90 Jahre kein echtes Jubiläum sind – begehen will der nördlichste Marien-Wallfahrtsort Deutschlands die Erinnerung daran dennoch: dass am 18. November 1936 mehrere Tausend Pilger aus der gesamten Region in Bethen gegen die nationalsozialistischen Machthaber aufbegehrten.

Und auch daran, dass es mit dem später als Kreuzkampf bekannt gewordenen Widerstand gelang, den NS-Minister für Schulen und Kirchen im Land Oldenburg zur Rücknahme eines Erlasses zu zwingen: Der wollte alle Kreuze und andere religiöse Zeichen aus staatlichen Einrichtungen entfernen lassen – auch aus Schulen. Aber er hatte den Widerstand der Katholiken unterschätzt.

Ausstellung zum Kreuzkampf

Insbesondere die Erinnerung an diese Ereignisse prägt das Jahresprogramm des Wallfahrtsortes am Rand von Cloppenburg. Eine Ausstellung in Bethen ist geplant, deren Starttermin noch nicht endgültig feststeht. Auch mehrere Wallfahrten würden das Thema Kreuzkampf aufgreifen. Etwa die traditionell größte, die Landesfrauenwallfahrt, in diesem Jahr am 30. Juni.

Ähnlich wie eine vierteilige Konzertreihe, zu der das Offizialat anlässlich des Kreuzkampf-Gedenkens an mehreren Orte einladen werde – „mit einem Auftaktkonzert am 18. September mit Texten zum Thema in Bethen“, sagt Wallfahrtsrektor Dirk Költgen im Kirche+Leben-Gespräch.

Oldtimer und Motorrad

„Wir möchten den Menschen eine Spur nach Bethen legen“, erklärt der promovierte Biologe und Priester den Grundansatz, den er mit seinem Team verfolge. „Zum Beispiel, indem wir – wie bei der Oldtimer- oder der Motorradwallfahrt in diesem Jahr – ihre Hobbys ansprechen. Oder – wie bei der Malteser-Wallfahrt für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen – ihre besondere Lebenssituation.“

Eine besondere Attraktion in diesem Jahr ist die Totenmaske von Kardinal Clemens August Graf von Galen. Sie ist seit dem 22. März, dem 80. Todestag des Kardinals, als Dauerleihgabe ein Jahr lang in der Krypta der Marienbasilika zu sehen.

100.000 Pilgerinnen und Pilger

Der Zustrom nach Bethen sei ungebrochen, betont Dirk Költgen. Rund 100.000 Menschen jährlich suchten Trost und Hilfe in der Gnadenkapelle. Dass er das so genau weiß, liegt an dem automatischen Türöffner. Für die Berechnung der Wartungsintervalle zählt das System exakt die Zahl der Öffnungsvorgänge.

Einzelpilger und Wallfahrten – neben der Landesfrauenwallfahrt auch etwa die von Kolping, KAB, KKV, Marianischer Kongregation oder Schützen – sind das eine. Daneben wolle Bethen auch die neuen Möglichkeiten nutzen, die dort seit dem vergangenen Jahr durch die neue Orgel zur Verfügung stehen.

„Den Wallfahrtsort auch musikalisch zu profilieren“ – das sei das Ziel. Etwa mit Konzerten in neuen und bewährten Formaten. Zum Beispiel an Silvester. Dann werden außer der neuen Orgel auch die Dwergter Jagdhornbläser die Jahresabschlussmesse gestalten.

Anzeige

Komplet - der Abend-Newsletter von Kirche+Leben

JETZT KOSTENLOS ANMELDEN



Mit Ihrer Anmeldung nehmen Sie die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis.