Judenfeindliche Kriminalität steigt

122 antisemitische Straftaten in NRW im ersten Halbjahr 2017

Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in Nordrhein-Westfalen 122 antisemitische Straftaten erfasst, davon zwei Gewaltdelikte. Das teilte die nordrhein-westfälische Landesregierung in Düsseldorf in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen mit. Von den 122 Taten gehörten 117 zum Bereich rechter politisch motivierter Kriminalität, vier zum Phänomenbereich „Sonstige/nicht zuzuordnen“ und eine zum Phänomenbereich „Religiöse Ideologie“.  Als Datenquelle diente laut Landesregierung der „Kriminalpolizeiliche Meldedienst in Fällen der Politisch motivierten Kriminalität“.

Zwei Tatverdächtige wurden nach Angaben der Landesregierung im ersten Halbjahr 2017 wegen antisemitischer Straftaten festgenommen, und zwar in Aachen und Münster. In 222 Fällen seien Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. In 33 Fällen sei es in diesem Zeitraum zur Erhebung der öffentlichen Klage, in 17 Fällen zu einer Verurteilung und in 154 zu einer Einstellung der Ermittlungen gekommen.

Zahl antisemitischer Straftaten in NRW von 2012 bis 2016 gestiegen

Insgesamt ist die Zahl antisemitischer Straftaten in Nordrhein-Westfalen gestiegen, von 216 im Jahr 2012 auf 297 im Jahr 2016. „Dabei hatte ein Großteil der antisemitischen Straftaten einen Hintergrund der poiltisch motivierten Kriminalität - Rechts“, teilte die Landesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage mit.