Ausbildung erfolgreich abgeschlossen

13 Ehrenamtliche erhalten Beerdigungs-Zertifikat

13 Laien im Bistum Münster erhalten am 9. Juni ihre Zertifikate für den Ausbildungskurs „Trauer- und Begräbnisdienst durch Freiwillige“. Zusammen mit dem Votum des leitenden Pfarrers haben sie damit die Grundlage für die kirchliche Beauftragung zum Beerdigungsdienst. Bischof Felix Genn beauftragt die Ehrenamtlichen für diesen Dienst für fünf Jahre. Zuvor feiern sie um 15 Uhr einen Gottesdienst mit dem stellvertretenden Generalvikar Jochen Reidegeld. Eingeladen sind außerdem die Partner, Mentoren, leitenden Pfarrer und Referenten, die die Ehrenamtlichen durch die Ausbildung begleitet haben.

Seit November 2016 hatten sich die Frauen und Männer auf ihren Dienst vorbereitet. „Der Kurs war für mich eine persönliche Bereicherung und wertvolle Erfahrung“, sagt Mick Michels aus Kleve, einer der Absolventen. Ein Element der Vorbereitung waren zentrale Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Außerdem wurden rechtliche Grundlagen zur Beerdigung und das kirchliche Verständnis von Tod und Auferstehung vermittelt.

Praktische Übungen kamen gut an

Auch in praktischen Übungen konnten sich die Teilnehmer auf ihren Dienst vorbereiten. „Mir gefiel immer sehr gut, wenn ich in Rollenspielen, zum Beispiel in einem Trauergespräch, agieren konnte“, erinnert sich Michels.

Neben den zentralen Veranstaltungen kamen die Teilnehmer in ihrer Gemeinde bereits als „Praktikanten“ zum Einsatz. „Bei den praktischen Einsätzen hatte ich durch meinen Mentor, Propst Johannes Mecking, eine gute Begleitung. Auch alle anderen Geistlichen, Küster, Bestatter mit denen ich bei der Trauerbegleitung und bei Beerdigungen in Kontakt kam, haben mich sehr unterstützt.“

Herausforderung angenommen

Dass die Gemeinden die Ehrenamtlichen mittragen, ist für Gudrun Meiwes eine Grundvoraussetzung, dass Pfarrer Laien für den Dienst vorschlagen können. Meiwes ist die Leiterin dieser Ausbildung im Bistum Münster. „Der Beerdigungsdienst ist ein Dienst, der für die Gemeinde getan wird“, begründet sie diese Entscheidung.

Bemerkenswert an dem Kurs findet Meiwes den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. „Die Teilnehmer wussten von vornherein, dass sie jederzeit die Möglichkeit hatten, ›Nein‹ zu sagen, ›ich fühle mich mit der Aufgabe überfordert‹.“ Damit seien die Teilnehmer sehr reflektiert umgegangen. „Letztendlich haben die Erfahrungen im Kurs und die Unterstützung innerhalb der Gruppe dazu geführt, dass alle 13 Teilnehmer diese Herausforderungen, die die Aufgabe mit sich bringt, annehmen möchten.“

Michels übernimmt am Donnerstag

Trotz der „sehr guten Begleitung“ im Kurs weiß Mick Michels, dass er nicht ohne Herzklopfen seine erste Beerdigung leiten wird. „Mir ist wichtig, dass ich die Ehrfurcht vor diesem Amt nie verliere und dass die Sicherheit, die ich nach einigen Beerdigungen bekommen werde, nicht zur Routine werden darf“, sagt der Rentner.

In seiner Heimatpfarrei, der Propsteigemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Kleve, wird Michels nun in der Regel donnerstags den Beerdigungsdienst übernehmen. „Außer wenn Angehörige gezielt wünschen, dass ich die Beerdigung übernehme.“ So sei sein erster Einsatz bereits am Freitag nach Fronleichnam.