Regen, Sturm und Kälte mit mehrsprachigem Gesang getrotzt

150 junge Menschen aus allen Kulturen pilgern nach Telgte

Laura Arias Padilla (25) hat bis zuletzt gezögert, ob sie wirklich mitgehen soll. „Das Wetter war nicht gut gemeldet und einige meiner Freunde aus der Gemeinde haben darum gestern schon abgesagt.“ Dann rang sie sich doch dazu durch, zog Wanderschuhe an, packte die Regenjacke ein und fuhr zur St.-Mauritz-Kirche in Münster. Dort startete am Samstagmorgen die Wallfahrt für Jugendliche und junge Erwachsene, die selbst oder deren Eltern ursprünglich aus Ländern in Lateinamerika, Asien, Afrika und Süd- oder Osteuropa kommen. Heute gehören sie zu einer der vielen Gemeinden anderer Muttersprache im Bistum Münster.

Laura, die aus Peru stammt, und sich in der spanischsprechenden Gemeinde in Münster engagiert, ist eine erfahrene Wallfahrerin. Bereits zum vierten Mal läuft sie die Strecke von Münster nach Telgte mit – dieses Mal mit rund 150 jungen Menschen zusammen. „Es ist einfach unglaublich, diese vielen jungen Erwachsenen aus allen Teilen der Welt zu sehen“, beschrieb sie. „Mehr als die Hälfte der Sprachen, die hier gesprochen werden, verstehe ich nicht, aber das macht nichts. Im Gegenteil: Das ist eine Bereicherung“, war sie der Meinung.

Gottesdienst mit Weihbischof Geerlings

Nach einer kurzen Andacht zum Wallfahrtsmotto „Gottes Wort leben!“ starteten die mehrheitlich jugendlichen Wallfahrer auf den 13 Kilometer langen Prozessionsweg nach Telgte. Unterwegs sangen und beteten sie in mehreren Sprachen, trotzten dem Sturm und der Kälte.

„Es ist großartig, dass uns das Wort Jesu hier zusammenführt“, wandte sich Weihbischof Dieter Geerlings im Abschlussgottesdienst in der St.-Clemens-Kirche an die Pilger. In seiner Predigt griff er das Wallfahrtsmotto auf. „Gott hält für jeden von uns ein Wort bereit, das nur für die eine Person gilt“, erklärte Geerlings. Dieses Wort müsse gefunden werden, „darum gehen wir diese Wallfahrt, darum feiern wir Gottesdienst, darum kommen wir zusammen.“ Der Weihbischof ermutigte die Jugendlichen, sich immer wieder in Situationen zu begeben, „in denen das Wort Gottes bei euch landen kann“. Die Gottesmutter könne dabei ein Vorbild sein. „Mit ihrem Leben regt sie uns an, das Wort zu leben“, sagte Geerlings.