In der Osternacht werden sie in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen

23 Taufbewerber feiern mit Bischof Felix Genn ihre Zulassung

„Ich bin bereit.“ Laut und deutlich haben am Sonntag 23 Taufbewerberinnen und Taufbewerber aus dem Bistum Münster mit diesem Satz öffentlich ihren Willen bekundet, in der Osternacht durch die Taufe in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen zu werden. Im St.-Paulus-Dom in Münster nahm Bischof Felix Genn die Frauen und Männer aus 14 Pfarreien des Bistums als Taufbewerber auf, berichtet die bischöfliche Pressestelle.

„Sie haben sich bewusst entschieden, durch die Taufe der katholischen Kirche beizutreten. Sie haben sich Gedanken gemacht und Erfahrungen gesammelt, die sie dazu bewegt haben, sich in der Osternacht in diesem Jahr taufen zu lassen. Wir sind dankbar, dass Sie diesen Schritt tun“, sagte Genn im Rahmen der Zulassungsfeier im Dom. Jeder einzelne der Taufbewerber sei Beweis, dass Gott immer wieder Menschen bewege, sich ihm, Gott, zuzuwenden. Besonders an die Adresse der Katecheten, die die Taufbewerber auf ihrem zumeist zweijährigen Weg zur Taufe begleiteten, betonte der Bischof: „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die Zeugnis geben von ihrem Glauben. Die davon erzählen, wie es ist, Christ zu sein.“ Gemeinden müssten aufgeschlossen denen gegenüber sein, die an ihre Tür klopfen.

Individuelle Geschichten

Das bekräftigte auch Pfarrer Markus Thoms von der Kirchengemeinde St. Anna in Neuenkirchen. Stellvertretend für alle Katecheten berichtete er im Gottesdienst von seinen Erfahrungen in der Begleitung der Taufbewerber. „Sie alle haben individuelle Geschichten und Erfahrungen gemacht, die Sie dazu gebracht haben, sich taufen zu lassen. Mit am wichtigsten ist es, so ist mir klar geworden, dass es Menschen gibt, die von ihrem Glauben erzählen, im Alltag des Lebens und so andere mitnehmen.“

Begonnen hatte die Zeremonie zuvor im Kreuzgang des Doms. Dort stellten die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die die Taufbewerber auf dem Weg ins Christentum begleiten, Bischof Genn ihre Schützlinge persönlich vor und überreichten ein Sendschreiben. Mit diesen bitten die Pfarrer darum, ihre Taufbewerber zur Taufe zuzulassen, um sie dadurch in die volle Gemeinschaft der Kirche aufnehmen zu können. Anders als bei der Kindstaufe empfangen Erwachsene die drei Sakramente Taufe, Firmung und Eucharistie in einer Feier und werden so in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen.

Jesus fasziniert

Warum entscheiden sich Menschen im Erwachsenenalter dazu, sich taufen zu lassen? Die Gründe dafür sind so unterschiedlich, wie die Taufbewerber selbst. „Ich möchte dazugehören“, sagte zum Beispiel Annette Gövert. „Ich hatte schon lange die Sehnsucht danach, mich katholisch taufen zu lassen. Jesu Geschichte fasziniert mich. Ich hatte mich der Aufgabe aber bisher nie gestellt“, erzählt die 48-Jährige, die eine ganz besondere Patin an ihrer Seite hat – ihre 18-jährige Tochter Franziska, für die es ganz selbstverständlich ist, dass sie ihre Mutter begleitet. Der besondere Dank Annette Göverts gilt Pastoralreferentin Renate Steinhöfel. „Sie hat mir geholfen auf dem Weg und hat so viel Geduld mit mir“, betonte die Taufbewerberin aus St. Dionysius und St. Georg Havixbeck.