WASHINGTON

250 Jahre USA: „Tag des Gebets“ eröffnet Feiern – fast ohne Katholiken

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Die USA bestehen am 4. Juli seit 250 Jahren. Bei einem „Tag des Gebets“ waren gleichwohl nur zwei prominente Katholiken anwesend.

Tausende Menschen haben sich am Sonntag Ortszeit unweit des Kapitols in Washington versammelt, um für die USA zu beten und das „christliche Erbe“ der Nation zu betonen. Der per Video zugeschaltete Präsident Donald Trump las eine Bibelpassage, Verteidigungsminister Pete Hegseth rief bei der Veranstaltung zum Beten „ohne Unterlass“ auf.

Überwiegend evangelikale Pastoren und Redner betonten beim „Tag des Gebets“, Gott habe die USA besonders gesegnet. Die Großveranstaltung galt als Auftakt der offiziellen Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA am 4. Juli. Niemand könne eine Feier so gut planen wie „unser großer Präsident“, sagte Baptistenprediger Robert Jeffries. Trump habe die Amerikaner zusammengerufen, um sich Gott neu zu verpflichten. Der republikanische Kongressabgeordnete Mike Johnson, Sprecher des Repräsentantenhauses, betete für das Wirken des Heiligen Geistes. Konservative Christen stellen den Kern der Republikanischen Partei.

Nur zwei prominente Katholiken nehmen teil

Die katholische Kirche hielt Abstand zu dem von Trumps Festkomitee „Freedom 250“ veranstalteten Gebetstreffen. Die Ausnahmen waren einmal mehr der pensionierte Kardinal aus New York, Timothy Dolan, und Bischof Robert Barron aus Minnesota.

Barron erklärt seine Teilnahme in einem Video. Das Gebetstreffen wolle die Rolle der Religion "im amerikanischen Experiment“ würdigen. Es gehe darum zu feiern, „wie Religion und Amerika auf eine wirklich schöne Weise zusammengekommen sind“.

Als einziger Nicht-Christ auf der Bühne sprach Rabbi Meir Soloveichik aus New York. Er erzählte die Geschichte von Irving Berlin, dem aus Russland geflohenen Juden, der „God Bless America“ komponierte. Das Lied sei „eine Erinnerung daran, dass Antisemitismus zutiefst unamerikanisch ist“.

Was Kritiker bemängeln

Muslime, Hindus und Buddhisten fehlten ganz. Kritiker bemängeln daher, die Veranstaltung habe die religiöse Diversität der USA nicht repräsentiert. Sie habe einen „christlichen Nationalismus“ vertreten, um Amerikanern eine „engstirnige Version des Christentums aufzuzwingen“, sagt die Vorsitzende der Organisation „Vereinigte Amerikaner für die Trennung von Kirche und Staat“, Rachel Laser.

Die Rolle des Christentums in der US-Politik bleibt ein Streitthema. Bei einer Erhebung des Instituts Pew Research Center Mitte Mai erklärten 52 Prozent der Befragten, konservative Christen seien zu weit gegangen beim Bemühen, ihre religiösen Werte der Regierung aufzuzwingen. 17 Prozent sagten, die USA sollten das Christentum zur Staatsreligion machen.

Update 9.30 Uhr: Artikel erweitert - Dolan, Barron, weitere Details

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