Selbstverpflichtung zu einer „Kirche der Armen“ im Amazonas-Gebiet

40 Bischöfe unterschreiben neuen „Katakomben-Pakt“ in Rom

Mit einem „Pakt für das gemeinsame Haus“ haben sich am Sonntagmorgen in Rom mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet zum Schutz der südamerikanischen Region und seiner Bewohner, einer respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einem einfachen Lebensstil verpflichtet. Auch der aus dem Bistum Münster stammende Amazonas-Bischof von Obidos, Johannes Bahlmann, hat unterschrieben. Der Franziskaner war 2009 von Bischof Felix Genn in Münster zum Bischof geweiht worden.

Am Ende eines Gottesdienstes in der am Stadtrand gelegenen Domitilla-Katakombe unterzeichneten die Bischöfe und zwei Kardinäle die gut zweiseitige Selbstverpflichtung. Damit knüpften sie an einen ersten Katakomben-Pakt an, mit dem sich im November 1965 am selben Ort gut 40 lateinamerikanische und einige europäische Bischöfe zu einer Kirche der Armen verpflichtet hatten. Dem Pakt schlossen sich später 500 Bischöfe aus der ganzen Welt an.

Ökologie, Ökumene und Indigene

An dem Gottesdienst unter Leitung des brasilianischen Kardinals Claudio Hummes nahmen insgesamt rund 150 Gläubige teil: etliche Priester und Ordensfrauen, indigene Vertreter und andere. In seiner Predigt betonte Kardinal Hummes, wichtig seien das persönlich gelebte Zeugnis jedes Einzelnen für Christus und das Volk wie auch das Gebet füreinander, insbesondere die Menschen Amazoniens.

In dem Katakomben-Pakt selbst verpflichten sich die Bischöfe unter anderem zu einer „integralen Ökologie“ und dem Schutz des amazonischen Regenwaldes in Verpflichtung gegenüber dem Bund Gottes mit seiner ganzen Schöpfung. Sie erneuern ihre „vorrangige Option für die Armen, vor allem unter den Indigenen“, verschreiben sich dem Einsatz gegen jede Form von Gewalt, verpflichten sich zur Ökumene und einer synodalen Kirche, in der alle Getauften sich mit ihrem Anliegen und Stärken einbringen können.

„Froher, nüchterner, einfacher Lebensstil“

Insbesondere der vielfältige Einsatz und Dienst von Frauen, die Gemeinschaften in Amazonien leiten, müsse anerkannt werden. Daher wollen die Bischöfe Frauen, die eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde de facto leiten, „mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken“.

Darüber hinaus wollen die Bischöfe sich stärker dafür einsetzen, dass die katholische Kirche vor Ort präsenter ist und „das Recht der Gemeinden auf den Tisch des Wortes und den Tisch der Eucharistie verwirklicht ist“.
Schließlich verpflichten sich die Kirchenführer „angesichts der Konsum-Lawine zu einem „frohen, nüchternen und einfachen Lebensstil an der Seite der Menschen, die wenig oder nichts haben“.