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Traditionell größter Pilgerzug in den Marienwallfahrtsort

4.500 Osnabrücker pilgern nach Corona-Pause wieder nach Telgte

  • Nach Corona-Zwangspause hat die Osnabrücker Wallfahrt erstmals wieder Telgte erreicht.
  • Rund 4.500 Menschen pilgerten in den Marienwallfahrtsort.
  • Auch den Rückweg am Sonntag bewältigen mehrere hundert Teilnehmende zu Fuß.
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Bernd Meisenheimer prüft ein letztes Mal den Sitz seiner Schuhe, denn gleich geht sein persönlicher „Marathon des Glaubens“ los. Dann macht sich der 57-Jährige zusammen mit einigen hundert weiteren Menschen auf den rund 46 Kilometer langen Fußweg von Osnabrück nach Telgte. Der gebürtige Osnabrücker nimmt an der 170. Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte an diesem Wochenende teil, am traditionell größten Pilgerzug in den Ort.

Meisenheimer ist nach eigenen Worten kein regelmäßiger Kirchgänger mehr, aber die Osnabrücker Wallfahrt hat seit mehr als 20 Jahren einen festen Platz im Terminkalender des Esseners. Selbst seine Urlaubsplanung richtet er danach aus. Denn die Mischung aus sportlicher Herausforderung, Miteinander und Glauben ist für ihn wichtig und bedeutet für den Unternehmensberater zugleich auch Abschalten vom Alltag. „Das ist für mich Kirche, die begeistert“, sagt er.

Freude in Telgte


Der Pilgerzug verlässt Ostbevern auf dem Weg nach Telgte. | Foto: Andreas Große Hüttmann.

Der Pilgerzug, der auf der Strecke von Osnabrück immer weiter anwuchs, war beim Einzug in Telgte am Samstagnachmittag samt Begleitfahrzeugen mehr als einen Kilometer lang. Rund 4.500 Gläubige erreichten den Marienwallfahrtsort.

Kräftiger Beifall von hunderten Zuschauern brandet auf, als die Pilger eintreffen. Für den technischen Leiter Karlheinz Schomaker ein emotionaler Moment, der ihn nach zwei Jahren coronabedingten Ausfalls der Wallfahrt besonders bewegt. Für ihn vor allem schön zu sehen: „Es waren wieder unheimlich viele junge Menschen dabei.“

Neben Fußpilgern auch Radfahrer

Neben den Fußpilgern hatten sich 130 Wallfahrer mit dem Fahrrad von Osnabrück aus auf den Weg nach Telgte gemacht. Sie benutzten eine andere Strecke als die Fußpilger, für die die Bundesstraße 51 abschnittsweise gesperrt war.

25 Wallfahrtsvereine und -gruppen aus dem Osnabrücker Raum stellten wieder den größten Anteil der Pilger. Sie hatten Begleitfahrzeuge und rund 20 Traktoren samt Wagen dabei. Von Blasen geplagte oder erschöpfte Teilnehmende konnten so bei Bedarf ein Fahrzeug auf einem Streckenabschnitt in Anspruch nehmen.

Telgter Propst: Habe die Osnabrücker Wallfahrer vermisst


Am Ziel: Marienverehrung in Telgte. | Foto: Andreas Große Hüttmann.

Der Telgter Propst Michael Langenfeld strahlt: „Es ist ein sehr beeindruckendes Bild, wieder tausende Wallfahrerinnen und Wallfahrer mit ihren Fahnen und Bannern singend und betend nach Telgte einziehen zu sehen“, sagt er. Auch er habe in den vergangenen zwei Jahren die Wallfahrt der Osnabrücker vermisst.

Besonders begrüßt der Propst die Kinder und Jugendlichen, die mitgepilgert waren. Denn Tradition ist es auch, dass Kommunionkinder und andere Gruppen die Wallfahrt auf dem letzten Stück von Ostbevern nach Telgte begleiten.

Rückweg am Sonntag

Mehrere hundert Pilger ziehen am Sonntagmorgen unter Glockengeläut und Beifall wieder aus Telgte aus. Denn ein Teil der Teilnehmenden der Wallfahrt wählte für den Rückweg wieder „Schusters Rappen“. Sie werden am Sonntagabend zur Abschlussandacht in Oesede vor den Toren Osnabrücks erwartet.

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