Erster Platz bei der Wahl im Bistum Münster

72-Stunden-Aktion des BDKJ erhält Ehrenamtspreis

Bei der BDKJ-Aktion singen Jugendliche mit alten Menschen in einem Seniorenwohnheim.
Bei der 72-Stunden-Aktion waren über 7000 jungen Menschen in sozialen Projekten aktiv.Video: Marie-Theres Himstedt, Michael Bönte
Jugendliche gestalten in Senden während der 72-Stunden-Aktion den Garten eines Seniorenwohnheims neu

Den Hauptpreis beim Ehrenamtspreis 2019 des Bistums Münster können die Ausgezeichneten gar nicht selbst abholen – es sind schlicht zu viele: Mehr als 7000 junge Menschen sind gemeinsam auf Platz 1 gelandet. Sie waren bei der 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugend im Bistum Münster aktiv.

Vom 23. bis 26. Mai haben sich bundesweit Pfarrjugendgruppen, Messdiener, Jugendverbände und eigens gebildete Aktionsbündnisse in sozialen Projekten engagiert – allein im Bistum Münster waren 228 Gruppen registriert. Sie packten an, wo es etwas zu tun gab: Sie renovierten Gruppenräume in Pfarrheimen, stellten neue Spielgeräte im Außenbereich von Kindertagesstätten auf, verbanden Senioren, Schul- und Kindergartenkinder in generationsübergreifenden Begegnungs- oder Musikprojekten, schufen Treffpunkte im Umfeld von Kirchen, Pfarrheimen, Mehrgenerationenhäusern und Seniorenheimen, legten Insektenhotels an, säuberten ganze Landstriche von Müll, boten gemeinsame Freizeitaktionen mit Menschen mit Behinderung oder mit Geflüchteten an. „Uns schickt der Himmel“ lautete der Leitgedanke der Aktion – die Zahl und Vielfalt der Projekte war kaum überschaubar.

BDKJ stellvertretend geehrt

In Vertretung der Aktiven nehmen Abgesandte des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster den Ehrenamtspreis entgegen. Die bundesweite 72-Stunden-Aktion wurde von den BDKJ-Diözesanverbänden organisiert. „Wir freuen uns sehr darüber, dass die Arbeit der rund 7.000 jungen Menschen mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet wird, und nehmen ihn gerne stellvertretend an“, sagt die BDKJ-Diözesanvorsitzende Anna-Lena Vering.

Die jungen Menschen hätten sich besonders im Bereich des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Nachhaltigkeit engagiert, erinnert die Vorsitzende des Dachverbands. Das Erleben der Gemeinschaft und der Erfolg der Projekte habe sicherlich an vielen Orten auch „einen Schub“ gegeben, damit sich die Jugendlichen weiter in ihren Pfarreien und Verbänden einbringen würden.

Dank von vielen Menschen, die von Projekten profitieren

„Viele Teilnehmer zehren noch lange von den Erinnerungen“, berichtet Vering aus Gesprächen nach der 72-Stunden-Aktion. Nicht zu vergessen: Ein dickes Dankeschön sprechen nicht nur das Bistum und das Diözesankomitee der Katholiken mit dem Ehrenamtspreis aus, sondern auch ungezählte Menschen, die von den Projekten der 72-Stunden-Aktion profitiert haben und es bis heute tun.

Der Hauptpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Das Preisgeld solle in irgendeiner Form den Jugendlichen zugutekommen, sagt Vering: „Wir überlegen noch, wie das klappen kann.“

Jugendliche nehmen Preis entgegen

Gemeinsam mit den BDKJ-Organisatoren nehmen Jugendliche aus St. Felizitas Lüdinghausen den Ehrenamtspreis stellvertretend entgegen. In der Pfarrei im Kreisdekanat Coesfeld waren in unterschiedlichen Projekten unter anderem die Kolpingjugend, die Katholische Landjugendbewegung (KLJB), die Pfadfinder von der DPSG und die Katholische Junge Gemeinde (KJG) im Einsatz.

Insgesamt, so schätzt Pastoralassistent Klaus Bruns, haben in Lüdinghausen und Seppenrade gut 270 Kinder und Jugendliche bei der 72-Stunden-Aktion angepackt.

Der Ehrenamtspreis
2017 hat das Bistum Münster gemeinsam mit dem Diözesankomitee der Katholiken zum ersten Mal den bistumsweiten Ehrenamtspreis verliehen.
Der Preis folgte auf den „Dialogpreis für gute Taten“, der in den Jahren zuvor vom Diözesankomitee und der Redaktion von „Kirche+Leben“ ausgelobt wurde. Mit dem neuen Preis besteht seitdem die Möglichkeit, dass auch Projekte teilnehmen können, über die zuvor noch nicht in der Kir-chenzeitung berichtet wurde.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 93 Bewerbungen eingereicht, aus denen eine Jury die Gewinner auslobte. Die Jury bestand aus Generalvikar Klaus Winterkamp, der stellvertretenden Vorsitzenden des Diözesankomitees der Katholiken, Beatrix Bottermann, Susanne Deusch, geistliche Leiterin des Bundes der deutschen katholischen Jugend und Christof Haverkamp, Chefredakteur von „Kirche+Leben“.
Mit dem Preis wollen die Initiatoren das ehrenamtliche Engagement im Bistum würdigen. Dabei sind Angebote aus allen Bereichen freiwilligen Einsatzes willkommen. Auch Initiativen aus dem nicht katholischen Bereich können sich bewerben. Alle Menschen, „die anpacken, wo sie Not erleben“ und „praktisch helfen, wo andere Unterstützung brauchen“, sind zum Mitmachen eingeladen, heißt es in der Ausschreibung.
Dotiert ist der Ehrenamtspreis mit Preisgeldern von 5000 Euro (1. Platz), 3000 Euro (2. Platz) und 2000 Euro (3. Platz).