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Martin Kraus aus Recklinghausen entwickelt „Biblicon“

87-Jähriger mit Ideen - Buchhändler macht Bibelkreisen neues Angebot

  • Buchhändler Martin Kraus aus Recklinghausen macht Bibelkreisen ein neues Angebot.
  • Mit seiner Idee namens „Biblicon“ verbindet er berühmte Bilder mit Themen der Bibel.
  • Anlass dieses Angebot ist das 500-jährige Jubiläum der Bibelübersetzung.
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Martin Kraus steht vor der Büchermühle in Recklinghausen-Suderwich. Diese Büchermühle hat eine lange Tradition. Sie ist aus der Paulusbuchhandlung hervorgegangen, die der Familie Bitter gehörte. Altem katholischen Adel in Recklinghausen, der auch als Verlegerfamilie an „Kirche+Leben“ beteiligt war.

70 Berufsjahre hat der 87-jährige Kraus auf dem Buckel. Er hat sich als Mann des Bücherwesens vor allem dem Spezialthema Verkündigung und Seelsorge zugewandt und Bildungshäuser wie Schriftenstände in Pfarrgemeinden beliefert. „Du musst dorthin gehen, wo die Menschen sind“, hat er sich gesagt. Trotz seines Alters und seines langjährigen Wirkens überlegt er immer wieder, wie er neue Aktivitäten entfalten kann.

Biblicon heißt seine neue Idee

Seine neueste Idee: „Biblicon“. „Biblicon“ ist eine von ihm kreierte Wortschöpfung, die die Worte Bibel und Bild enthält. Ausgangspunkt des neuen Angebotes ist das 500-jährige Jubiläum der Bibelübersetzung. Auch die aufgeführten Bilder umfassen einen Zeitraum von 500 Jahren – von da Vinci bis Monet.

Kraus hat 16 Bilder ausgewählt und zu acht Themengruppen zusammengefasst. Gezeigt wird zum Beispiel das berühmte Bild „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci. Dieses Bild steht zusammen mit Rembrandts Sohn Titus für die Themen Partnerschaft, Ehe, Familie und Kindeserziehung. Zu beiden Bildern werden Bibelverse aufgeführt, die sich auf diese Themen beziehen.

Mehr Appetit auf Bibel machen

Das von Kraus entwickelte Wanderambo | Foto: Jürgen Kappel
Das von Kraus entwickelte Wanderambo | Foto: Jürgen Kappel

Ein weiterer Begriff ist „Verkündigung“ zu dem die zwei Bilder von van Gogh und Dubbels gezeigt werden. Mit dem Wort Traumschiff wird das Thema Verkündigung angesprochen. Die beiden Bilder zeigen beispielsweise Boote, die an den See Genezareth oder die Überfahrt des heiligen Paulus erinnern. Auch zu diesem Thema werden wieder unterschiedliche Bibelzitate aufgeführt. Schöpfung, Entspannung und Erntedank sind weitere Begriffe.

Kraus möchte mit diesem Angebot wieder mehr Appetit auf die Bibel machen. „Die Bilder sollen in Kombination mit den entsprechenden biblischen Texten ein Appetizer sein.“ Kraus hofft, dass die entsprechenden Bilder die Poesie der Bibel vor Augen führen. „Vom Schauen zur Poesie“, sagt er. Er möchte mit dem Bild die Poesie der Bibel aufleuchten lassen.

Angebot für Bibelkreise

Kraus möchte mit „Biblicon“ für Pfarrgemeinden ein Angebot machen. In fast jeder Pfarrei gebe es doch Bibelgruppen, Kreise, die sich über die Bibel austauschen. „Für die habe ich hier ein Angebot, das es in dieser Form noch nicht gibt, das neu ist“, ist er überzeugt. Zusätzlich hat er den Wanderambo im Angebot, ein aus den Bildern des „Biblicon“ mit Pappe verstärkter Ständer. Aus den Pappbildern können zwei Zelte errichtet und mit einer Tischplatte verstärkt werden.

Das Wanderambo, das es in verschiedenen Größen gibt und sehr stabil ist, soll die Bibel oder entsprechende Fachliteratur aufstellen helfen. Diese beiden Zelte sind für Kraus ein Sinnbild für die Ökumene. „Wenn die evangelischen und katholischen Christen einander stützen, sind sie ungeheuer stabil“, sagt er. Dann ist ihm um die Zukunft des Glaubens nicht bang.

Vor 20 Jahren erstmals mobil unterwegs

In Recklinghausen hat er 30.000 Bücher auf Lager. Remittenden, vom Verlag reduzierte Exemplare, die er 20 Jahre verkauft hat. Bis 2010 hat er von Kleve bis Oppeln und von Cloppenburg bis zum Bodensee sein Angebot verschickt. Ein Artikel im Börsenblatt des deutschen Buchhandels hat seinen und damit den Erfolg seines Unternehmens Laetare begründet.

Vor 20 Jahren ist er zum ersten Mal mobil unterwegs gewesen. Daraus hat er das Buchmobil Laetare entwickelt. Doch auch vor ihm machen die Probleme des Buchwesens nicht halt. Sieben Geschäfte musste er in den vergangenen Jahren schließen. Unter anderem Ludgeri in Duisburg, Dreikönige in Köln und den Büchermarkt in der Luxemburger Galerie in Kevelaer. Mit „Biblicon“ erhofft sich Kraus einen erfolgreichen Neustart.

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