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Ein Ehrenamt in der St.-Georg-Kirche, das noch nicht enden soll

90-Jährige seit 45 Jahren Organistin: Luzia Alscher spielt in Hopsten

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Luzia Alscher wird in diesen Tagen 90 Jahre alt. Seit 45 Jahren spielt sie ehrenamtlich die Orgel der St.-Georg-Kirche in Hopsten und will weitermachen - nicht nur bei der Montagabend-Messe, die ein fester Termin ist.

Wer mit fast 90 Jahren noch immer regelmäßig die Orgelbühne besteigt, um den Gemeindegesang musikalisch zu begleiten, der hat eine besondere Liebe zur Musik, zur Liturgie - und eine gute Fitness. „Die meisten Kirchenlieder kenne ich ja. Eigentlich brauche ich auch nicht viel zu üben. Eine gewisse Routine habe ich mir erworben“, sagt Luzia Alscher.

Die in diesen Tagen 90 Jahre alt werdende Organistin in St. Georg in Hopsten im Kreis Steinfurt spielt nach wie vor regelmäßig in Gottesdiensten. Die Werktagsmesse am Montagabend ist der gesetzte Termin, den sie nur im Notfall ausfallen lässt.

Im Ehrenamt aktiv

Luzia Alscher ist ein Glücksfall für die Pfarrei. Ohne ihr Engagement wäre so manches Mal die Kirchenorgel stumm geblieben. Bereits 2002 ehrte die Gemeinde sie für ihren 25-jährigen Einsatz als ehrenamtliche Organistin.

„Sie war seinerzeit die einzige Organistin und hatte mehr als 25 Jahre lang alle Orgeldienste ehrenamtlich übernommen. Erst 2017 wurde in unserer Gemeinde erstmals ein hauptamtlicher Kirchenmusiker mit einer halben Stelle eingestellt“, sagt Pfarrer Christoph Klöpper.

Kirchenmusik ist ihr Hobby

Bis heute übernimmt Luzia Alscher weiterhin sämtliche Vertretungsdienste und ist auch über die Montagabend-Messe hinaus als Aushilfe ehrenamtlich im Einsatz.

Den nunmehr 45-jährigen freiwilligen Dienst will die Musikbegeisterte gar nicht so hoch hängen: „Ich mache das gern. Es ist ein schönes Hobby, das mich seit meiner Kindheit begeistert.“

Gründung eines Schulchors

Ihren ersten Orgelunterricht erhielt sie als junges Mädchen an der Orgel in der katholischen Kirche in Pommerswitz im Kreis Leobschütz im damaligen Oberschlesien (heute Polen). In der unmittelbaren Nachkriegszeit hatte sie keine Gelegenheit, Musik zu betreiben.

Ende der 1940er Jahre kam sie nach Deutschland. Ein Neubeginn war für sie 1956 der Start als Volksschullehrerin in Hopsten, wo sie heimisch wurde und das Klavierspiel wieder aufnahm. Später rief sie einen Schulchor ins Leben und gestaltete Auftritte auch zu Festen in der Kirche.

C-Kurs-Organisten-Ausbildung

Als in den 1960er Jahren der damalige Pfarrer Schepers jemanden für den Orgeldienst bei Beerdigungen suchte, sagte Luzia Alscher zu. Sie nahm Orgelunterricht bei Kantor Anton Robben in Rheine und absolvierte Mitte der 1970er Jahre in der Kirchenmusikschule in Münster die C-Kurs-Organisten-Ausbildung. Nach ihrer Pensionierung 1994 übernahm sie dann ehrenamtlich den Dienst der Organistin und verstärkte als Sängerin den Kirchenchor.

Als 2014 das neue Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ eingeführt wurde und die Liednummern neu sortiert wurden, fiel es Luzia Alscher nicht schwer, sich umzustellen: „Die alten Liednummern habe ich noch im Kopf. Bei der neuen Nummerierung hilft mir der Liederzettel.“

Klangvielfalt des Instruments

Ohnehin kennt sie viele Lieder auswendig. Zu ihren Lieblingsstücken gehören „Nun singt ein neues Lied dem Herren“ (GL 551) und „Lobe den Herrn meine Seele“ (GL 807). Sie liebt Werke von Mozart, Beethoven und den „Alten Meistern“.

Mit ihrem Orgelspiel möchte Luzia Alscher noch viele Gottesdienste bereichern. Die Montagsmesse ist ohnehin gesetzt. „Die 39 Register der Kirchenorgel setze ich regelmäßig ein. Die Klangvielfalt reicht aus“, sagt sie und hofft, eine gute Begleiterin des Gemeindegesangs zu sein.

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