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Ein Gedanke zum 1. Adventssonntag aus der Benediktinerabtei Königsmünster

Abrahams Advents-Impuls: Von der Dunkelheit

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So gemütlich der Advent sein kann, so schön und besinnlich: Die Zeit auf Weihnachten zu kann auch eine Chance sein, zu sich selbst zu kommen. Was sagt der Advent mir ganz persönlich, wo findet seine Botschaft ihren Widerhall in meinem Leben, meiner Seele, meiner Sehnsucht und meiner Angst? Pater Abraham Fischer OSB aus der Abtei Königsmünster in Meschede, gibt an jedem Adventssonntag Weggeleit.

Es gibt zwei Arten von Dunkelheit. Da ist einmal jene Dunkelheit, die das Licht kennt, die quasi ein Gegensatz zum Licht ist. Das ist die Sehnsucht, die im Grunde ihre Richtung weiß, ihr Ziel ahnt. Die Sehnsucht, das ist die Botin der Seele, ein Leitfaden in der Erinnerung, vielleicht kann man auch sagen: in der "Ver-Innerung". Licht und hell ist sie und eben dieses Licht- und Hellsein in der Welt suchend, will sie bis an die Grenzen gehen, über alles Gewusste und über alles Sichere hinaus.

Menschen, die in ihrem Inneren dieses Licht spüren oder auch nur vage ahnen, sie sind unruhig im Herzen, und sie suchen das Licht in der Verzweiflung der Finsternis und im Glauben an das Licht, das noch verdeckt scheint. Die Sucher ziehen aus, verlassen das Be- und Gewohnte und versuchen den Gang ins Ungewisse, weil dort manchmal das Licht des inneren Herzens leichter sein weltliches Gegenstück findet. Denn das scheint sicher zu sein: Es gibt in der Welt - und auch in der Gottesfinsternis unserer Tage - immer wieder Orte und Zeiten von Licht und Erleuchtung.

Kraftort in der Tiefe

Der Autor
Pater Abraham Fischer ist Mönch, Priester, Metallbaumeister und Leiter der Kunstschmiede der Abtei Königsmünster in Meschede. | Foto: privat
Pater Abraham Fischer ist Mönch, Priester, Metallbaumeister und Leiter der Kunstschmiede der Abtei Königsmünster in Meschede. | Foto: privat

Doch wenden wir uns auch jener anderen Dunkelheit zu, die das Licht überhaupt nicht kennt. Manche meinen, dass sie der Dunkelheit einer hoffnungslosen Verzweiflung gleichen müsse. Doch das stimmt so nicht, denn die Tiefe von Welt und Mensch ist gerade der Kraftort, an dem der Glaube und die Hoffnung und jene Kraft geboren werden, die wir Liebe nennen und die sich in unserer Welt so verschieden zeigt. In dieser Tiefe und in der Dunkelheit der Erde werden die Kristalle geboren.

Dort öffnen sich die Samenkörner und empfangen die erste Lebenskraft. Auch für uns Menschen ist das früheste Lebensstadium die Dunkelheit des liebenden Getragenseins in einer schützenden Höhle aus Geborgenheit. Leider kann niemand sicher beschreiben, wie diese Dunkelheit aussieht. Denn Urerfah-rungen bleiben letztlich im Jenseits, aber sie wirken in unserer Lebenswelt. Deshalb kommt von daher Rettung und Heil:

"In jenen Tagen werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Es wird für Recht und Gerechtigkeit sorgen im Land. In jenen Tagen wird Juda gerettet werden, Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Jahwe ist unsere Gerechtigkeit." (Jer. 33, 15-16)

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