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Pro und Contra der Kirchen und Menschen in Deutschland

Absage von Weihnachtsgottesdiensten? – Unterschiedliche Positionen

  • Eine Absage von Weihnachtsgottesdiensten wird von den Kirchen in Deutschland unterschiedlich bewertet.
  • Einige katholische Bischöfe beziehen klar Position.
  • Die Hälfte der Bevölkerung befürwortet Gottesdienste, knapp die Hälfte lehnt sie ab.

 

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Die Deutschen sind mit Blick auf die Einschränkungen bei Weihnachtsgottesdiensten offenbar unentschieden – einige katholische Bischöfe beziehen jedoch klar Position. Laut dem ARD-Deutschlandtrend vom Freitag befürworten 50 Prozent der Befragten, dass Gottesdienste bei Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern und dem Tragen von Masken am Platz weiter erlaubt bleiben; 47 Prozent der Umfrageteilnehmer lehnen dies ab.

In Deutschland sind Gottesdienste an Weihnachten unter strengen Auflagen grundsätzlich erlaubt; unterdessen rücken einige, meist evangelische Kirchen davon ab. Viele empfehlen, zum Schutz vor Ansteckung auf digital übertragene Feiern auszuweichen.

Timmerevers gegen pauschale Ratschläge

Der katholische Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers ist gegen pauschale Ratschläge. „Ich empfehle, Kontakte zu minimieren“, sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Wenn dazu der Verzicht des Gottesdienstbesuchs am Heiligabend einen Beitrag leistet, ist dies zu unterstützen“, betonte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen.

Im Bistum Hildesheim werden an Weihnachten die Kirchen offen bleiben und Gottesdienste stattfinden. „Wir brauchen offene Kirchen, wir brauchen Trosträume, wir brauchen Fundamente für Hoffnung und wir brauchen Zuversicht“, sagte Bischof Heiner Wilmer dem Sender „NDR Info“.

Im Bistum Essen entscheiden die Gemeinden selbst

Als erster katholischer Bischof in Nordrhein-Westfalen stellt es Essens Oberhirte Franz Josef Overbeck seinen Gemeinden frei, auf Weihnachtsgottesdienste in der Corona-Krise zu verzichten. Im Zweifel sollten die öffentlichen Feiern lieber abgesagt werden, so der Ruhrbischof. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 300 rate das Bistum Essen seinen Gemeinden in jedem Fall zu einer Absage von öffentlichen Gottesdiensten. Laut Angaben haben bereits mindestens acht der 42 Pfarreien zwischen Duisburg, Bochum und dem märkischen Sauerland Präsenzgottesdienste abgesagt.

Auch die katholische und evangelische Kirche in Mannheim bietet bis 10. Januar keine Präsenzgottesdienste an - weder in Kirchen noch im Freien. Aufgrund der „sehr ernsten Corona-Lage“ wollen sie sich auf Online-Formate und Vorschläge für Hausgottesdienste konzentrieren, wie die beiden Dekane Karl Jung und Ralph Hartmann mitteilten. Diese Entscheidung sei „schweren Herzens“ getroffen worden.

Angebot von Fernseh- und Hörfunk-Gottesdiensten ausgeweitet

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung plädierte auch für die Absage. „Auch die katholische Kirche muss in diesen Zeiten ihre Position zu den Gottesdiensten am Weihnachtsfest neu überdenken. Solidarität kann nicht an der Kirchentür aufhören“, forderte der Vorsitzende Josef Ridders. „Wir können nicht ernsthaft als Glaubensgemeinschaft, die auf dem Gebot der Nächstenliebe gründet, in dieser Zeit bewusst Menschen dem Risiko einer Ansteckung aussetzen“, betonte er.

Die Deutsche Bischofskonferenz teilte indes mit, dass in der Weihnachtszeit zahlreiche Gottesdienste und weitere kirchliche Sendungen im Fernsehen und im Hörfunk gesendet würden. In der besonderen Situation der Corona-Pandemie sei das Angebot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nochmals ausgeweitet worden, hieß es.

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