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Benediktinerkloster stellt Jugendhaus zur Verfügung

Abtei Gerleve beherbegt Corona-infizierte "Westfleisch"-Mitarbeiter

Die Benediktinerabtei Gerleve stellt Räume für einen Teil der 200 Corona infizierten Westfleisch-Mitarbeiter zur Verfügung, die in Quarantäne bleiben müssen. Der Schlachthof in Coesfeld war am Freitag geschlossen worden.

Die Benediktinerabtei Gerleve stellt Räume für einen Teil der rund 200 Corona infizierten Westfleisch-Mitarbeiter zur Verfügung, die nun in Quarantäne bleiben müssen. Das teilte die Abtei am Donnerstag mit. Die Benediktiner hätten sich entschieden, zu helfen. Für die nächsten Wochen stellen sie den betroffenen Arbeitern ihre Jugendbildungsstätte Haus St. Benedikt mit dem dazu gehörigen Gelände zu Verfügung.

Der Entscheidung seien umfangreiche Beratungen mit Beteiligung des Kreises Coesfeld und der Stadt Billerbeck vorangegangen. "So ist ein detailliertes Konzept entstanden, das den Schutz aller Beteiligten sicherstellt und vertraglich abgesichert wurde", betonen die Mönche. Die ersten Gäste könnten bereits ab morgen eintreffen.

Mönche: Eine Frage der Gastfreundschaft

Das Jugendhaus besteht aus zwei Gebäuden aus den Jahren 1986 und 2015. "Wir hoffen, dass sich die neuen Gäste in diesen Räumen trotz der notwendigen Quarantäne-Einschränkungen wohl fühlen können", betont die Abtei. Die Gastfreundschaft zähle zu den wichtigsten Aufgaben des Benediktinerordens.

Da sich das Gerlever Jugendhaus im oberen Bereich des Abteigeländes befindet, stünden allen Besuchern die Abteikirche, die Buchhandlung, der Parkplatz und der Kinderspielplatz im unteren Teil wie bisher auch weiter offen.

Der Hintergrund

Am vergangenen Freitag war der Schlachthof in Coesfeld vorübergehend geschlossen worden, nachdem bekannt geworden war, dass sich dort mehr als 100 Beschäftigte mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen aus Lengerich hatte zuvor mehrfach darauf hingewiesen, dass der Arbeitsschutz und die Unterbringung der Arbeitsmigranten Infektionen mit dem Virus begünstigten und hatte flächendeckende Tests gefordert. Am vergangenen Samstag hatte er mit einer angemeldeten "Ein-Mann-Demo" gegen die Arbeitsbedingungen in Fleischfabriken und Schlachthöfen demonstriert.

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