ABTREIBUNG

„Marsch für das Leben“ in Berlin und Köln: Weniger Teilnehmer als erwartet

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Die Veranstaltung ist auch in der katholischen Kirche umstritten. Wie viele Demonstranten kamen, welche Proteste es gab und wer dabei war.

Von KNA, ber

In Berlin und Köln haben am Samstag Tausende Abtreibungsgegner am „Marsch für das Leben“ teilgenommen. Nach Polizeiangaben liefen in Berlin 2.200 Demonstranten beim Marsch mit, in Köln schlossen sich laut WDR 1.200 der Kundgebung an. Die Kölner Polizei konnte der Katholischen Nachrichten-Agentur auf Anfrage keine Teilnehmerzahl nennen. 

Veranstalter war der „Bundesverband Lebensrecht“ (BVL), ein Zusammenschluss von 15 Organisationen. Nach Polizeiangaben hatten die Veranstalter in beiden Städten im Vorfeld jeweils 5.000 Teilnehmer angemeldet. Der BVL sprach in einer Pressemitteilung von etwa 4.000 Teilnehmern in Berlin und etwa 3.000 Teilnehmern in Köln.

Gegenproteste

In Berlin wurde der Marsch rund um den Hauptbahnhof von Rufen vereinzelter Gegendemonstranten begleitet, wie „My body, my choice“ („Mein Körper, meine Entscheidung“). Zudem wurde der Protestzug in Höhe des Krankenhauses Charité von einer spontanen Sitzblockade gestoppt. 

Nach mehrmaliger, vergeblicher Aufforderung der Polizei, die Straße freizugeben, löste sie die Blockade auf und trug mehrere Menschen zur Seite. Laut Polizeiangaben bildeten 80 bis 100 Menschen die Sperre. Die Zahl der Gegendemonstranten gab sie mit etwa 220 an, angemeldet waren 2.000.

In Köln wurde der Protestzug, der am Neumarkt startete, ebenfalls von einem erheblichen Polizeiaufgebot begleitet. Der WDR schätzte die Zahl der Gegendemonstranten auf 1.500. Angemeldet waren 1.000 Teilnehmer.

Katholische Beteiligung

Auch Vertreter der katholischen Kirche unterstützten den „Marsch für das Leben“. In Berlin sprach Weihbischof Matthias Heinrich (Berlin) am Ende der Kundgebung von der Bühne zu den Anwesenden und erteilte ihnen den Reisesegen. Darüber hinaus mischte sich dort der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer unter die Demonstranten.

Im Vorfeld des Kölner„Marsches“ richtete Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, ein Grußwort an die Teilnehmer, ebenso wie Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln) und Bischof Stefan Oster (Passau).

Rechtsextreme Teilnehmer?

Innerhalb der katholischen Kirche ist die Veranstaltung umstritten. So kritisierte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Erzbistum Köln vor zwei Jahren, dass sich auch rechtsextreme Aktivisten und Parteien daran beteiligen würden. In diesem Jahr nahm die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch am Berliner „Marsch“ teil.

In der aktuellen Folge des katholischen Podcasts „Himmelklar“ dementierte die BVL-Vorsitzende Alexandra Maria Linder eine Nähe der Lebensschutzbewegung zur AfD: „Es wird nicht unterlaufen, es wird nicht unterwandert.“ Der Lobbyverband sei überparteilich, überkonfessionell und unabhängig.

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