Vier katholische Pfarreien im Emirat betroffen

Abu Dhabi will nichtislamische Gemeinschaften legalisieren

In Abu Dhabi laufen Genehmigungsverfahren für mehrere nichtislamische Glaubensgemeinschaften. Dabei gehe es offenbar um eine Legalisierung bestehender Kultusgemeinden, die bereits eine oder mehrere Gebetsstätten hätten oder neue schaffen wollten, teilte das katholische Bischofsamt in Abu Dhabi auf Anfrage mit. Für die katholische Kirche liege eine Lizenz für die errichteten vier Pfarreien im Emirat Abu Dhabi auf dem Tisch und warte auf die Unterschrift der Behörde. 

In lokalen Medien war teils von einer Neuerrichtung, teils von einer Genehmigung bestehender Einrichtungen die Rede. Demnach ging es um 17 christliche Institutionen und zwei weitere der Hindus und Sikhs. Das Emirat habe sich mit Vertretern der Religionsgemeinschaften beraten, um Verfahrensfragen zu klären, hieß es unter Berufung auf den Leiter der Behörde für Stadtentwicklung, Sultan Al Dhahiri.

Viele nichtmuslimische Arbeitnehmer

Im Hintergrund steht das Bestreben, das religiöse Leben in dem von ausländischen nichtmuslimischen Arbeitnehmern geprägten Emirat rechtlich stärker zu ordnen. Die Regierung verweist auf den Wunsch des Staatsgründers Zayid bin Sultan Al Nahyan (1918-2004) nach einem toleranten interreligiösen Zusammenleben. Auf der anderen Seite beansprucht der Staat ein Aufsichtsrecht über die Religionsausübung.

So müssen Imame beim Freitagsgebet in den Moscheen entweder den vom Ministerium vorgegebenen Predigttext verwenden oder ihre eigene Predigt vorab einreichen. Christen sind in dieser Hinsicht mangels einer staatlichen Zuständigkeit in Abu Dhabi bislang freier.