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Ist er isoliert? Was hat er falsch gemacht? Was denkt er über eine synodale Kirche? Rainer Maria Woelki im Interview.
Dicke Luft im Erzbistum Köln – das ist nach dem Eindruck von Kardinal Rainer Maria Woelki lange vorbei. Er sei viel in den Gemeinden unterwegs, sagte er der „Kölnischen Rundschau“. Viele Menschen sagten ihm dabei, „wie froh sie sind, dass wir den Glauben ins Zentrum stellen, und dass sie neue Hoffnung schöpfen“. Niemand frage ihn nach Kommunikationsproblemen.
Der Erzbischof bezieht sich auf den vom früheren Papst Franziskus erhobenen Vorwurf, Woelki habe Fehler in der Kommunikation gemacht. „Sie können jetzt gern schreiben: Woelki lebt in einer Blase. Dann kann ich umgekehrt sagen: Auch die Leute, die so etwas immer wiederholen, leben in einer Blase.“ Sie hätten nicht gemerkt, dass ihre Blase – nach Ansicht des Kardinals – „längst geplatzt ist“.
Woelki: Ziel war, mich wegzubekommen
Mitunter werde in Dinge zu viel hineininterpretiert, sagte Woelki auf den Einwand, er gelte als isoliert. Im Hinblick auf sein juristisches Vorgehen gegen Medienberichte betonte er, er habe „praktisch ausnahmslos“ jedes Verfahren gewonnen.
„Wenn ich mich nicht gewehrt hätte, was wäre dann passiert? Wahrscheinlich wären unzutreffende Behauptungen über mich immer und immer wieder wiederholt worden, weil es vermutlich das Ziel war, mich hier wegzubekommen.“
Das staatliche Verfahren wegen möglicher Falschaussagen Woelkis zu zwei Fällen sexualisierter Gewalt im Zuge zivilrechtlicher Presserechts-Streitigkeiten mit der „Bild-Zeitung“ war eingestellt worden – teils mangels hinreichenden Tatverdachts, teils gegen Auferlegung einer Geldzahlung. Hätte Woelki diese nicht geleistet, hätte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, weil sie eine Verurteilung für überwiegend wahrscheinlich hielt.
Woelki und die Synodalkonferenz
Ob Woelki sich an einer möglichen Synodalkonferenz in Deutschland beteiligt, kann er noch nicht sagen. Er betonte in dem Interview jedoch, er sei „sehr für eine synodale Kirche“.
Er sehe darin in erster Linie einen geistlichen Prozess: „Es finden Gespräche – auch die unbequemen – im Heiligen Geist statt, und es geht immer darum, wie wir alle unsere Entscheidungen am Auftrag Jesu ausrichten können.“
Das geplante neue Gremium
Aus dem Reformprozess Synodaler Weg hatte sich der Kardinal zurückgezogen. Im Februar hatte die Deutsche Bischofskonferenz der Satzung der geplanten Synodalkonferenz mehrheitlich zugestimmt.
In diesem neuen Gremium sollen Bischöfe und Laien auf Bundesebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Der Vatikan muss die Satzung noch billigen.