Am Prinzipalmarkt gehen die Lichter aus

AfD in Münster: Kaufleute wollen ein Friedens-Zeichen setzen

Türen zu, Lichter aus, Fahnen raus. Und das einstimmig. Die Kaufleute vom Prinzipalmarkt in Münster haben sich gemeinsam darauf geeinigt, am Tag des AfD-Neujahrsempfang im münsterschen Rathaus ein Statement für Toleranz, Weltoffenheit und Frieden zu setzen. Am Freitag werden ab etwa 17 Uhr die Türen der Geschäfte geschlossen, die Beleuchtung ausgeschaltet und 30 Europa-Fahnen gehisst.

„Wenn nicht hier, wo dann?“, fragt Thomas Zumnorde, der Sprecher der Kaufleute. „Hier in Münster ist mit dem Westfälischen Frieden die Idee von Europa geboren worden.“ Er sieht die Aktion deshalb als Statement für ein weltoffenes, tolerantes Miteinander. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, ist seine zweite Frage. „In einer Zeit, wo der Sinn Europas in Frage gestellt wird, ist eine solche Stellungnahme besonders wichtig.“

Zum Nachdenken bringen

Mit dem Zeitpunkt der Aktion wird sie natürlich auch politisch. „Wir wollen damit nicht in eine parteipolitische Diskussion einsteigen“, sagt Zumnorde aber. „Wir wollen niemanden ausgrenzen oder mit dem Finger auf jemanden zeigen.“ Aber zum Nachdenken bringen wolle man die Menschen auf dem Prinzipalmarkt schon.

Dass sich die Kaufleute bei dem Vorhaben absolut einig waren, zeigt Zumnorde, wie sehr allen die Stadt mit ihrer Ausstrahlung am Herzen liegt. Bei der Sitzung zum Thema habe sich keiner zurückhaltend geäußert, alle hätten mit einer Stimme gesprochen. „Ein Großteil der Kaufleute ist seit mehreren Generationen am Prinzipalmarkt beheimatet und hat viel Herzblut für die Friedensstadt.“ Sicher spiele bei einigen Familien auch die katholische Tradition und eine enge Verbundenheit zur Kirche ein Rolle.

Für ein friedliches Europa

Wichtig ist Zumnorde, dass die Idee keinem Werbezweck dient. Die Rückmeldungen auf die Aktion waren bislang überraschend intensiv, sagt er. Sie waren aber nicht nur positiv. Deshalb unterstreicht Zumnorde noch einmal: „Allein das Statement für ein friedliches Europa steht im Mittelpunkt – keine Anklage oder Ausgrenzung.“