POLITIK

Segenswunsch: Bistum Fulda erteilt AfD-Jugend eine Abfuhr

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Die rechtsradikale „Generation Deutschland Hessen“ fordert von Bischof Gerber Gleichbehandlung. Warum die Diözese das für einen Aprilscherz hält.

Von KNA, jdw

Das Bistum Fulda reagiert mit großer Zurückhaltung auf die öffentlich vorgetragene Bitte eines AfD-Politikers um einen Segen für die Jugendorganisation seiner Partei. „Mit Blick auf das Erscheinungsdatum des Zeitungsartikels liegt ein Aprilscherz tatsächlich nahe“, sagte das Bistum am Mittwoch auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur in Frankfurt. Es sprach im Gegenzug für die Ostertage eine allgemeine Einladung zu einem der Gottesdienste aus, die ja allen Menschen offenstünden.

Der Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely hatte in einem Bericht der „Fuldaer Zeitung“ vom 1. April um einen Segen für den neuen Vorstand der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland Hessen“ gebeten. Damit nahm er Bezug auf einen Segen, den Bischof Michael Gerber am Samstag Teilnehmenden an einer Anti-AfD-Demo erteilt hatte, zu der laut eigenen Angaben der Diözesanverband Fulda des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) aufgerufen hatte. Anlass war die Gründung des Landesverbandes der AfD-Jugend gewesen.

AfD: Darf keine Ungleichbehandlung geben

„Wenn im Vorfeld politischer Versammlungen Teilnehmer einer Gegendemonstration von der Kirche gesegnet werden, muss ein solches geistliches Angebot auch anderen gesellschaftlichen Gruppen offenstehen. Es darf hier keine Ungleichbehandlung geben“, so Lamely. Mehrere Mitglieder des neuen Vorstands der „Generation Deutschland Hessen“ hätten ausdrücklich ihren christlichen Glauben hervorgehoben. Er hat sich laut „Fuldaer Zeitung“ auch direkt an das Bistum gewandt.

Das Bistum sagte, Bischof Gerber habe am Samstag vor dem Fuldaer Dom „nicht die Mitglieder einer bestimmten Partei oder parteinahen Jugendorganisation gesegnet, sondern junge Menschen, die sich auf verschiedene Weise in der kirchlichen Jugendarbeit engagieren und die sich auf diesem Hintergrund an dem Demokratiefest beteiligt haben“.

Bistum Fulda: Einsatz für Menschenwürde bestärkt

Diese jungen Menschen verstünden ihren Einsatz für Kinder und Jugendliche als Beitrag für Demokratie, Menschenwürde, Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Darin hat Bischof Gerber sie mit seinem Segen bestärkt“, so das Bistum. Wer sich für diese Werte einsetze, dürfe sich diesem Segen im geistlichen Sinn gern verbunden wissen. „Darüber hinaus sind alle Menschen gerade in den Tagen von Karwoche und Ostern herzlich eingeladen, an unseren Gottesdiensten teilzunehmen und dort Gottes Segen zu empfangen.“

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