Politiker Joachim Kuhs kritisiert Arbeitshilfe zu Rechtspopulismus

AfD lädt Bischöfe ein – die wissen von nichts

Der Bundesvorsitzende der „Christen in der AfD“, Joachim Kuhs, hat die katholischen deutschen Bischöfe zu einem Dialog mit seiner Vereinigung eingeladen. „Die AfD steht auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung“, erklärte er am Mittwoch in Berlin: „Sie achtet vollumfänglich die Würde aller Menschen, und jeder Christ in der AfD übt sich persönlich und im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Gottes-und Nächstenliebe.“ Eine Pflicht, sich um den „Fernsten zu kümmern“, wie die Bischöfe sie in ihrer neuen Arbeitshilfe zu Populismus in das Gleichnis vom barmherzigen Samariter hineininterpretierten, könne er jedoch nicht erkennen.

Keine Spitzengespräche mit AfD

Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte auf Anfrage, ihr liege keine Einladung zu einem Gespräch vor. Pressesprecher Matthias Kopp hatte am Dienstag erklärt, Spitzengespräche wie mit den übrigen Parteien gebe es mit der AfD oder den „Christen in der AfD“ nicht.

Völlige Funkstille herrscht zwischen der Kirche und der Partei jedoch nicht. Wie der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, mitteilte, gab es im Januar ein informelles Treffen zwischen ihm und Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Christen in der AfD“. Zudem führe das Katholische Büro wie mit den Abgeordneten aller im Bundestag vertretenen Parteien auch mit AfD-Abgeordneten Gespräche.

AfD wurde „sinnentstellend zitiert“

Kritisch äußerte sich Kuhs zu der von der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstag vorgestellten „Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen“. Das Papier erwähne die AfD mit keinem einzigen Wort, warne jedoch indirekt vor seiner Partei, so Kuhs. Dabei würden AfD-Repräsentanten im Kapitel zum Antisemitismus „völlig sinnentstellend zitiert“: In Wirklichkeit kämpfe die AfD „so entschieden gegen den Antisemitismus jeglicher Couleur, dass selbst Michael Wolffsohn, ein bekannter jüdischer Historiker nach der Pro-Israel-Abstimmung im Bundestag gesagt hat, man könne nach dieser Abstimmung die AfD nie mehr als antisemitisch bezeichnen“.