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Die AfD behauptet, berechtigte Interessen jener zu vertreten, die angeblich nicht gesehen werden. Ein Historiker widerspricht.
Die AfD hat nach Worten des Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk einen "harten rassistischen Kern". Er könne nicht begreifen, wie man über die Partei rede, ohne über Rassismus zu reden, sagt Kowalczuk der "Süddeutschen Zeitung".
Es mache ihn wütend, wenn die AfD verharmlost werde, obwohl ihre Ziele offenkundig seien: "Sie ist eben nicht die Partei von enttäuschten Wutbürgern, die berechtigte Interessen verfolgen."
Kowalczuk: "Wir stehen nicht vor dem Absaufen"
Die AfD lebe von einer "Opfererzählung", so der Historiker. "Selbst wenn sie Regierungsverantwortung übernehmen sollte und das dann alles nicht so gut laufen würde, wären immer noch andere Mächte daran schuld", erwartet er mit Blick auf anstehende Landtagswahlen im Osten Deutschlands. Kowalczuk ist Spezialist für die Geschichte der DDR und die Aufarbeitung der Diktatur.
Zudem setze die Partei auf "ständige Abwertung, das ewige Gerede vom Untergang". Dabei lebten die Menschen in Deutschland noch immer in einem der reichsten, freiesten, sozial sichersten und politisch stabilsten Staaten der Welt. "Wir tun so, als wären wir eine Insel im Pazifik, die kurz vor dem Absaufen steht", sagt Kowalczuk.
Historiker: "95 Prozent der Welt möchten leben wie wir"
"95 Prozent der Menschheit würden gerne so leben wie wir - in Freiheit", so der Historiker. "Vor diesem Hintergrund können wir dann darüber reden, was hier alles verändert werden muss, es gibt mehr als genug. Aber mit dem Selbstbewusstsein, auf einer so guten Basis zu stehen, wo die Menschheit noch nie stand, und nicht im freien Fall in den Abgrund."