Die neuen Priester im Bistum Münster / Teil 4

Alexander Senk aus Coesfeld wird zum Priester geweiht

Pfingsten bedeutet Anstoß. Davon ist Alexander Senk überzeugt. „Vor 2.000 Jahren hat der Heilige Geist für Dynamik und Begeisterung gesorgt. Das kommende Pfingstfest ist auch für mich ein solcher Anstoß, der Dynamik und Begeisterung bereithält.“ Das sagt der 30- Jährige, der sein Diakonatsjahr in der Xantener Propsteigemeinde St. Viktor gemacht hat.

Es war das Grundgefühl einer weltoffenen, herzlichen Kirche, das Senk in seiner Heimatpfarrei Anna Katharina in Coesfeld schon als Kind berührt hat. Aufgewachsen in einer Familie, in der Glaube und soziales Engagement eine große Rolle spielten, war er als Messdiener und Gruppenleiter aktiv, sang in den Chören der Pfarrei und lernte Orgelspielen.

Ahnung schon als Jugendlicher

„Die Idee, Priester zu werden, schlummerte schon als Jugendlicher in mir“, blickt er zurück. Aus Überzeugung entschied sich Senk aber zunächst, Soziale Arbeit in Münster zu studieren. Sein Auslandssemester verbrachte er in Irland und arbeitete dort mit Wohnungslosen zusammen. „Diese Menschen hatten existenzielle Fragen, die mich sehr beschäftigt haben.“

Zurück in Münster schloss er das Studium ab, folgte seiner Berufung und zog ins Priesterseminar ein. Mehrere Jahre sind seitdem vergangen. „Ein Weg von zehn Jahren bekommt an Pfingsten eine endgültige Zusage“, betont Senk. Seine Einsätze als Praktikant in der Pfarrei St. Marien in Friesoythe und später als pastoraler Mitarbeiter und dann als Diakon in der Propsteigemeinde St. Viktor in Xanten haben ihn in seiner Entscheidung, Priester zu werden, bestärkt. „Es macht mich glücklich, Menschen zu begegnen, sie bei Taufen, Trauungen und auch Beerdigungen zu begleiten –– bei Wendepunkten im Leben da zu sein“, sagt der angehende Priester.

Das Lebensbejahende des Evangeliums

Der 30-Jährige verschließt nicht die Augen vor der kirchlichen Situation und den damit verbundenen Herausforderungen. „Es ist nicht schwer zu sehen, dass das, was in den vergangenen Monaten und Jahren in der Kirche öffentlich geworden ist, weit von dem entfernt ist, was das Evangelium uns sagt“, erklärt Senk.

Mit seinem zukünftigen Leben als Priester reagiert er auf die Situation – und möchte eine Richtung aufzeigen: „Ich ziehe aus dem Evangelium viel Lebensbejahendes, das möchte ich den Menschen anbieten als Hilfe für ihr Leben.“

Musik gibt Kraft

Kraft schöpft Senk aus dem Gebet und der Musik. „Die Kirchenmusik macht einen wichtigen Teil meiner Berufung aus“, sagt der Coesfelder. Auch wenn immer weniger Zeit zum Orgelspielen oder Singen bleibt, genießt Senk Musik bei jeder Gelegenheit: „Glaube in Tönen verfasst, ist wunderbar“, sagt er.