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Münster: Alternativer Friedenspreis für Kriegsdienstverweigerungs-Helfer

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Weil die Nato den Westfälischen Friedenspreis erhält, entstand eine alternative Auszeichnung. Margot Käßmann würdigt die Preisträger.

Von epd, jjo

Das Kriegsdienstverweigerer-Netzwerk Connection aus Offenbach hat den ersten Alternativen Westfälischen Friedenspreis erhalten. Sein Handeln stelle die gängige Militärlogik infrage, sagte die Vorsitzende des Vereins Alternativer Westfälischer Friedenspreis, Juliane Brüggemann, bei der Preisverleihung in Münster.

Connection kenne keine gerechten oder ungerechten Kriege. Das Netzwerk helfe Deserteuren und Verweigerern aus der Ukraine genauso wie aus Russland, betonte sie. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Käßmann: Kriegsdienstverweigerung ist Menschenrecht

Die evangelische Theologin Margot Käßmann würdigte in ihrer Laudatio das Engagement des Vereins für Menschen, die den Dienst in der Armee verweigern wollen. "Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht, das ist das zentrale Thema von Connection", sagte Käßmann.

Zudem trete der Verein dafür ein, Kriegsdienstverweigerung und Desertion als Asylgrund anzuerkennen. "Das sind beide in der EU nicht", beklagte die frühere hannoversche Landesbischöfin. Zugleich kritisierte sie die zunehmende Normalisierung des Militärdienstes in Deutschland.

Der alternative Preisträger

Connection wurde 1993 in Offenbach gegründet. Die Organisation fördert nach eigenen Angaben Völkerverständigung, Bildungsarbeit für Frieden, Toleranz und gewaltfreie Konfliktlösungen. So setze sich der Verein seit Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine 2022 für russische und ukrainische Kriegsdienstverweigerer und Deserteure ein.

Der alternative Friedenspreis wurde Anfang 2026 als Gegenentwurf zum Preis des Westfälischen Friedens ins Leben gerufen, der in diesem Jahr an die Nato geht. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe will den Preis am 1. Oktober an das Militär- und Verteidigungsbündnis übergeben, die Laudatio hält Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den Friedensschluss in Münster und Osnabrück, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete. In der Jugend-Kategorie wird parallel eine kirchliche Initiative ausgezeichnet. Auch die Pfadfinder waren bereits Preisträger.

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