ÖKUMENE

Alt-katholische Kirche: Bischof Ring kündigt Rücktritt an

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Der gebürtige Oberfranke führt die Kirche seit mehr als 15 Jahren. Wer er ist und wie es jetzt weitergeht. 

Von KNA

Die alt-katholische Kirche in Deutschland muss einen neuen Bischof suchen. Der amtierende Bischof Matthias Ring (63) werde am 5. September nach 16 Jahren im Bischofsamt seinen Rücktritt erklären, teilte das Bistum der Alt-Katholiken in Bonn mit. Die für Oktober einberufene außerordentliche Bistumssynode in Karlsruhe wird über die Nachfolge entscheiden.

Der 1963 im oberfränkischen Wallenfels geborene Theologe war nach dem Studium in Bamberg, Würzburg und Bonn zunächst als Pfarrer in Regensburg, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alt-Katholischen Seminar der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn tätig. Er wurde in dieser Zeit über die alt-katholische Kirche im Nationalsozialismus promoviert.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kirche, insbesondere mit ihrer Verantwortung in der NS-Zeit, blieb laut Bistum ein wichtiger Schwerpunkt seines theologischen Denkens. Zugleich beschäftigte sich Ring mit der Frage, wie Kirche und christlicher Glaube im 21. Jahrhundert glaubwürdig gelebt  und vermittelt werden können.

Knapp 16.000 Mitglieder

Die alt-katholische Kirche hat in der Bundesrepublik knapp 16.000 Mitglieder. Sie verteilen sich auf rund 60 Pfarrgemeinden sowie etwa 60 weitere Orte, an denen regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden. Es gibt 37 hauptamtliche Pfarrerinnen und Pfarrer und weitere sechs Geistliche mit zugewiesener Pfarrstelle. 56 Priester und Priesterinnen wirken im Ehrenamt; die Zahl der Diakoninnen und Diakone beträgt 14.

Anders als in der römisch-katholischen Kirche dürfen Priester heiraten. Seit 1994 sind in der alt-katholischen Kirche in Deutschland auch Frauen zum Priesteramt zugelassen. Sitz des Bistums ist Bonn.

Protest gegen Unfehlbarkeit des Papstes

Die alt-katholischen Kirchen entstanden Ende des 19. Jahrhunderts durch Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche. Grund war der Protest gegen wesentliche Beschlüsse des Ersten Vatikanischen Konzils (1869/70). Dort wurde verbindlich die päpstliche Unfehlbarkeit in Fragen von Glauben und Sitte verkündet. Zudem schrieb das Konzil die oberste Leitungsgewalt des Papstes in der Kirche fest.

Die Alt-Katholiken betrachteten diese Beschlüsse als Bruch mit alten Glaubensüberlieferungen. Zusammengeschlossen sind die alt-katholischen Kirchen in der 1889 gegründeten Utrechter Union. Aktuell gehören diesem Bündnis sechs Kirchen aus West- und Mitteleuropa mit insgesamt etwa 70.000 Mitgliedern an.

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