Aktion am 14. Februar bot Zeit und Raum für Zweisamkeit

Am Valentinstag wird Coesfelder Jakobikirche zum Paradies für Paare

Rote Rosen auf den Tischen. Herz-Luftballons schweben im Luftzug leicht hin und her. Der Duft von Blumen durchzieht das Paradies, der Vorhalle der Jakobikirche. Es ist eine sinnliche Stimmung, untermalt von den Piano-Klängen von Frank Schöming-Schmitz. Alles ist für den Valentinstag vorbereitet. Es dauert nur einen kurzen Moment und ein junges Paar kommt durch die Tür. Mit einem Gläschen Sekt und Orangensaft heißt Pastoralreferent Daniel Gewand die beiden herzlich willkommen. Verliebt schauen sich Alexandra Kajdasz und Noell Trettin an, setzen sich am Rand auf die Bank und tuscheln leise vor sich hin. „Valentinstag ist eigentlich täglich. Aber heute ist es etwas Besonderes“, findet die junge Frau, die sich mit ihrem Freund besinnliche Minuten im Paradies gönnt.

Das wollten der „frei.raum.coesfeld“ und die Ehe-, Familien- und Lebensberatung der katholischen Kirche (EFL) erreichen. Zeit und Raum für die Zweisamkeit schenken. „Den Alltag für einen kurzen Moment anhalten“, beschreibt Jane Schulze-Scholle von der EFL. Auf den Tischen und Bänken sind kleine Kärtchen verteilt. Auf der Rückseite stehen Fragen. Diese zu beantworten ist kein Muss. Sie sollen Inspirationen für Gespräche geben. „Wir haben sie im Team entwickelt, basierend auf unseren Erfahrungen aus der Partnerschaftsberatung“, erklärt Schulze-Scholle.

Ein Lächeln im Gesicht

Eine Karte zaubert dem Coesfelder Ehepaar Dörken ein Lächeln ins Gesicht: „Welcher Duft erinnert dich an ein schönes gemeinsames Erlebnis?“ – „Schwefel“, kommt unvermittelt von Brigitte Dörken, die ein Urlaubserlebnis in einem ungarischen Heilbad vor Augen hat. 50 Jahre ist sie mit ihrem Mann Alfons verheiratet. In der Partnerschaft hat alles seine schönen Zeiten, finden beide. Die Zeiten der Kindererziehung in der Familie und jetzt die Zeiten zweisamen Reisens.

Es ist ein Kommen und Gehen an diesem Valentinsabend, der zum vierten Mal angeboten wird. Ein Familienvater kommt neugierig herein – alleine. Seine Ehefrau ist mit der Tochter im Coesfelder Krankenhaus. Er verbringt die Wartezeit solange im Paradies. Als kleine Aufmerksamkeit bekommt er zum Abschied für sich und seiner Partnerin eine kleine herzförmige Dose mit einem „Liebesbalsam“. Es ist eine Komposition des Biologen Dr. Franz Killmann. Eigens für diesen Valentinstag entwickelte er die Kreation. Zu Beginn stand die Frage: „Wie riecht Liebe?“ Die erste Assoziation: Rosenduft. Und so stellt die „Blume der Liebe“ die Basis für die Mischung, die sich in Teilen auch im „Liebesduft“ mit Akzenten von Weihrauch und Myrrhe im Paradies riechen lässt. „Hier kommen die biblischen Kräuter zu tragen“, erläutert der Fachmann für Naturparfums.

Alltägliches wird besonders

Beim Schaufensterbummel durch die Innenstadt locken der rote Teppich vor der Kirche und die Luftballons Celine Marsänger und Manuel Kokoschinek an. „Der Valentinstag ist für uns nichts Besonderes“, meint das junge Paar. Sie brauchen keinen speziellen Tag. Sie lächeln sich an, stoßen mit den Gläsern auf sich an. In Zweisamkeit verweilen sie und lassen sich beim Hinausgehen von Gewand segnen. „Das ist ein freiwilliges Angebot, das Paare gerne annehmen“, sagt der Pastoralreferent. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr kann er sich gut vorstellen. Besondere Freude machte Jane Schulze-Scholle das junge Ehepaar Samaneh Barzanuni und Mehran Shirvani. Sie waren bereits im vergangenen Jahr zu Besuch. „Dieses Jahr kommen wir zu dritt“, streichelt sich die werdende Mutter über den Bauch.