Franziskus sieht in Familien wichtiges Mittel gegen Individualismus

„Amoris laetitia“: Papst unterstreicht Bedeutung des Gewissens

In der Debatte um sein Lehrschreiben „Amoris laetitia“ hat Papst Franziskus noch einmal die Bedeutung des Gewissens betont. In den mitunter schwierigen Situationen für eine Ehe und Familie sei es wichtig, dass jeder sehr behutsam auf sein Gewissen achte, jenes „Heiligtum des Menschen, in dem er mit Gott allein ist“, sagte der Papst in einer Videobotschaft an die Teilnehmer eines theologischen Kongresses der Italienischen Bischofskonferenz in Rom.

Auf Einladung der Bischöfe sprechen gut 50 Theologen, Sozialwissenschaftler und Seelsorger über „das Evangelium der Liebe zwischen Gewissen und Norm“. Zu Beginn seiner kurzen Ansprache betonte der Papst noch einmal, wie wichtig Familien, „hervorgegangen aus einer Ehe von Frau und Mann“, für die heutige Gesellschaft seien. Er nannte sie das „wirksamste Gegenmittel für den grassierende Individualismus“. Für die Gesellschaft wie für die Kirche sei das Wohl der Familien zukunftsentscheidend.

Es geht um konkrete Liebe

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, nannte das Schreiben „Amoris laetitia“ ein Meisterwerk. Es sei die Frucht zweier Synoden und strahle diesen synodalen Geist auch aus. So könne das Dokument den Weg öffnen für eine neue, wirklich dialogische Art Kirche zu sein – zwischen Rom und den Ortskirchen, Theologen und Laien.

Nach Worten Bassettis sind die beiden zentralen Kapitel in „Amoris laetita“ der Liebe gewidmet. Die aber sei immer konkret, nicht abstrakt. Als einen möglichen Fokus für ihre Überlegungen empfahl er den Konferenzteilnehmern, sich auf die Bedeutung und Situation der Frauen in Gesellschaft, Familie und Kirche zu konzentrieren.