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Sind wir offen für andere Ansichten und Argumente, für neue Sichtweisen - auch in der Kirche? Heiner Koch warnt.
Der Berliner Erzbischof Heiner Koch fordert mehr Bereitschaft, eigene Ansichten zu überdenken. "Wer meint, er sei fertig, wer glaubt, er wisse schon alles, der wird starr, der hört auf, sich zu entwickeln", sagte Koch im RBB-Hörfunk: "Wer aber lernt, der bleibt wach, der bleibt lebendig und neugierig."
Leider erlebe er oft, dass Meinungen wie in Stein gemeißelt sind, Personen ihre Sicht für die einzig wahre halten und sich jeder neuen Sichtweise verweigern, kritisierte Koch. Das gelte auch für die Kirche und bei Glaubensthemen: "Dann werden auch schnell mal Fakten ignoriert und die gefühlte Wahrheit wird zur einzigen Wahrheit. Wenn man sachlich nicht derselben Meinung ist, wird es direkt persönlich genommen."
Die Fähigkeit, konstruktiv zu diskutieren und andere Meinungen zu akzeptieren, gehe nach seiner Beobachtung immer mehr verloren, sagte Koch. Echte, sachliche Debatten würden immer seltener.
Dabei liege genau darin eine riesige Chance: "Ich wünsche mir, dass sich wieder mehr Menschen als lebenslang Lernende verstehen, wir wieder mehr miteinander diskutieren, ohne uns zu trennen. Wieder mehr auf Augenhöhe miteinander reden."