Die 32-Weihnachtslieder-Video-Show / Teil 3

ANDERS - Die 11 außergewöhnlichsten Weihnachtslieder

Die 11 außergewöhnlichsten Weihnachtslieder.
Die 11 außergewöhnlichsten Weihnachtslieder.Fotos: Stephanie Hofschlaeger, Meike Pantel, pixelio.de | Fotomontage: Martin Schmitz

Es müssen nicht immer Chöre und Kirchen sein, und es muss auch nicht immer ganz fromm zugehen, wenn Weihnachtslieder gesungen werden. Im dritten Teil unserer Weihnachtslieder-Video-Show geht es um Neuinterpretationen, Weltstars und die politische Sprengkraft des Festes.

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Stille Nacht - Sinead O’Connor

Sie mag eine etwas eigenwillige Künstlerin sein, aber in ihrer Version von »Stille Nacht« zeigt sich Sinead O’Connor (»Nothing compares to you«) von einer wunderbaren Seite. Fast sphärisch haucht sie das weltweit bekannte Lied von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber. Zum Niederknien.

 

I saw three ships - Sting

Die englische weihnachtliche Version unseres Adventslieds »Es kommt ein Schiff geladen« ist das traditionelle Lied »I saw three ships« - zumindest textlich. In den drei Schiffen, von denen dort die Rede ist, fahren in diesem Fall allerdings Jesus, Maria und Josef nach Bethlehem. In dieser Interpretation gesungen von Sting vor der Kathedrale von Durham im Nordosten Englands.

 

Als ich bei meinen Schafen wacht - Kammerchor der Musikhochschule Detmold

Endlich kommen die Hirten selber zu Wort! »Als ich bei meinen Schafen wacht« (Gotteslob Nr. 246) entstand im 17. Jahrhundert. Einer der Hirten erzählt in der Ich-Form, was er erlebt hat. Als gewissenhafter Hirte wird er wohl - wie es in vielen Krippendarstellungen zu sehen ist - auch seine Herde zur Krippe mitgebracht haben. Aber nur in der folgenden Version des Kammerchors der Musikhochschule Detmold haben es auch die Schafe in die Musik geschafft. Tierisch schön - und der Beweis, dass ein altes deutsches Weihnachtslied Gospel-Potenzial hat.

 

Mary, did you know? - Pentatonix

Als »moderner Klassiker« gilt das 1984 von Mark Lowry getextete amerikanische Lied »Mary, did you know?« (»Maria, hast du gewusst?«).  Die Melodie stammt von Buddy Greene. Im Mittelpunkt steht die Gottesmutter, die in großer Hochachtung gefragt wird, ob sie sich dessen bewusst war, dass ihr Sohn später »übers Wasser laufen«, »unsere Seelen retten«, »Blinde heilen«, »den Sturm mit seinen Händen stillen« würde. Und der Song erklärt Maria: »Wenn du dein kleines Kind küsst, küsst du das Gesicht Gottes.« Gesungen wird dieses beeindruckende Lied von der nicht minder beeindruckenden amerikanischen A-capella-Gruppe »Pentatonix«, die eine ganze Reihe von Weihnachtsliedern neu interpretiert hat.

 

Tochter Zion - Medlz

»Tochter Zion« funktioniert nur mit Kesselpauken, Blechbläsern und großem Chor? Dass es auch anders geht zeigt die Gruppe »Medlz«, eine »Mädels«-Version der »Prinzen«. Während die ihre Ursprünge im weltberühmten Leipziger Thomaner-Chor haben, gehörten die ursprünglich fünf, heute vier Sängerinnen der »Medlz« früher zum Philharmonischen Kinderchor in Dresden. Ihre Interpretation von »Tochter Zion« haben sie in der Himmelfahrtskirche in Dresden-Leuben gesungen.

 

O du fröhliche - Vokalensemble des Südwestrundfunks

Wie kommt Weihnachten zu den Leuten? Auf die Straße? Das Vokalensemble des Südwestrundfunks hat sich gedacht: Indem wir in der Straßenbahn Weihnachtslieder singen. Zum Beispiel »O du fröhliche«. Eine kurze Reportage zeigt nicht nur, wie dieser Flashmob organisiert wurde, sondern natürlich auch, wie das Lied klang - und wie die Menschen reagierten.

 

Do they know it’s Christmas? - Band Aid

»Es ist Weihnachtszeit, und es gibt keinen Grund, Angst zu haben. In unserer Welt der Fülle können ein Lächeln der Freude verbreiten. Wirf deine Arme um die Welt zur Weihnachtszeit.« Das ist der Text von »Do they know it’s Christmas?« (»Wissen sie überhaupt, dass Weihnachten ist?«). Das Lied geht auf die Initiative »Band Aid« von Bob Geldof zurück, die er angesichts der Hungersnot 1984 in Äthiopien ergriffen hat. Rund 50 Weltstars der Musikbranche wirkten an dem Video mit, darunter David Bowie, Paul McCartney, Sting (The Police), Bono (U2), Queen und Phil Collins. Die Platte ist bis heute die zweitmeistverkaufte Single der britischen Geschichte, erreichte auch in Deutschland Platz eins der Charts und spielte rund 12 Millionen Euro ein. Unser Video zeigt eine neue Version von 2014 aus Anlass der Ebola-Epidemie in Teilen Westafrikas. Mit dabei waren diesmal Robbie Williams, Dido, Chris Martin (Coldplay), die Sugababes und viele andere. Achtung: Das Video beginnt mit erschreckenden, schwer zu verkraftenden Bildern.

 

Do they know it’s Christmas - Band Aid Deutschland

»Endlich wieder Weihnachtszeit, die Nerven liegen so schön blank. Egal ob’s regnet oder schneit, wir treffen uns am Glühweinstand. Wir vergessen unsere Nächsten nicht, kaufen all die Läden leer. Die ganze Stadt versinkt heut’ Nacht im Lichtermeer.« So klingt die deutsche Version von »Band Aid«, die erstmals 2014 zum 30-jährigen Jubiläum von »Band Aid« erschien - auf Initiative unter anderem von »Tote Hosen«-Sänger Campino. Mit dabei sind Philipp Poisel, Clueso, Seeed, Andreas Bourani, Jan Delay, Marteria, Max Herre, Cro, Udo Lindenberg, Sportfreunde Stiller, Silbermond, Gentleman, Patrice, Jan Josef Liefers, Adel Tawil, 2raumwohnung, Donots, Jennifer Rostock, Joy Denalane und viele andere. Das geht nah, zumal der Song ungewohnt an die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten erinnert.

 

God Rest ye merry gentlemen - Annie Lennox

»God Rest ye merry gentlemen« ist ein altes englisches Weihnachtslied und geht vermutlich bis ins 15. Jahrhundert zurück. Obwohl es im eher düsteren Moll gehalten ist, kommt es zwar getragen, aber auch froh und tänzerisch daher. Man vermutet, dass es eine Reaktion der ländlichen Bevölkerung auf die eher düsteren Choräle der Kirche war. Genau in diese Spannung entführt Annie Lennox (Eurythmics) mit ihrer Video-Version des Liedes. Ein märchenhafte Szenerie, in der sie die Weihnachtsgeschichte erzählt, während sie mit mittelalterlichen Musikern durch ein Traumland zieht. Ob Parodie oder ernsthafte Interpretation - das bleibt dahingestellt.

 

Little Drummer Boy - Bing Crosby und David Bowie

Ein Griff in die Oldie-Zeit. »Little Drummer Boy« (»Der kleine Trommler-Junge«) ist ein beliebtes, amerikanisches Weihnachtslied, das 1941 von Katherine K. Davis geschaffen wurde. Darin bittet ein kleiner Junge, weil er dem Christkind sonst nichts schenken kann, die Gottesmutter Maria, ihm wenigstens auf seiner Trommel vorspielen zu dürfen. Und der neugeborene Jesus versteht und lächelt ihn an. Die berühmteste Version dieses Liedes allerdings ist jene von Bing Crosby und David Bowie von 1977, in der Crosby das Originallied und Bowie ein eigens komponiertes Stück »Peace on Earth« dazu singt: »Friede auf Erden - ist das möglich? Vielleicht sehen wir - in Jahren - den Tag, an dem Menschen guten Willens wieder in Frieden leben.«

 

Stop the cavalry - Jona Lewie

Trommeln ganz anderer Art gehören zu einem Weihnachts-Song, der eigentlich gar nicht als solcher gedacht war. »Wish I was at home for christmas« (»Ich wünschte, ich wäre an Weihnachten zu Hause«) ist nur eine einzige Zeile in dem von Jona Lewie geschriebenen und gesungenen Anti-Kriegs-Song »Stop the cavalry«. Entstanden 1980, als die Spannungen zwischen der westlichen Welt und der damaligen Sowjetunion zu einer ernsthaften nuklearen Bedrohung wurden, versetzt Lewie sein Lied vor allem in die Zeit des Ersten Weltkriegs. Über den Erfolg seines Liedes als Weihnachts-Hit wunderte er sich. Und doch drückt der Song besonders in diesem von Kämpfen und Kriegen geprägten Jahr eine wesentliche Botschaft von Weihnachten als Sehnsucht und Forderung aus: »Friede den Menschen auf Erden.«