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Gedenken nach dem Anschlag auf den „Christopher Street Day“. Was ein Bischof und eine muslimische Imamin sagten.
Mit einer Andacht in der evangelischen Marienkirche nahe dem Alexanderplatz ist der Opfer des mutmaßlich islamistischen Anschlags im Umfeld des Christopher Street Days in Berlin gedacht worden. Viele Spitzenvertreter aus Politik und Kirche nahmen teil.
Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Christian Stäblein, sagte, queeres Leben und Lieben wohne „im Herzen dieser Stadt“. Das ließen sich die Menschen in Berlin nicht nehmen.
Bischof: „Vielfalt lebt im Herzen Gottes“
„Das Herz dieser Stadt ist Freiheit, ist Vielfalt, ist Achtung“, betonte der Bischof. Was immer der Täter habe erreichen wollen, „er wird es nicht erreichen“. Gewalt im Namen der Religion sei Gotteslästerung.
„Vielfalt lebt im Herzen Gottes, der die Liebe ist“, sagte Stäblein. Er rief die Menschen, die gekommen waren, auf, beieinander zu bleiben.
Imamin: „Hass missbraucht den Glauben“
Die Imamin Seyran Ates betonte, wer im Namen Gottes Hass auf Menschen predige, weil sie lieben, missbrauche den Glauben. Der Anschlag habe nicht nur einzelnen Menschen gegolten, sondern auch der Freiheit, der Liebe und der Demokratie.
An dem Gottesdienst nahmen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und weitere Regierungsmitglieder teil, ferner Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Landespolitiker. Gekommen waren auch der Leiter des Katholischen Büros Berlin, Prälat Karl Jüsten, und Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa.
Merz: „Wir werden unsere Freiheit schützen“
Merz wandte sich am Ende der Andacht an die queere Community: „Wir werden alles tun, um die Freiheit unseres Landes und unserer Gesellschaft zu schützen, alles!“ Zugleich werde alles getan, um zu verhindern, dass Menschen mit ihrem Tun das Land spalten, Hass und Zwietracht säen könnten.
Die Gewalttat mit einem Todesopfer und 29 teils schwer Verletzten wurde mit einem Auto und Stichwaffen verübt. Die Ermittler stufen sie als islamistischen Anschlag ein. Ein 21 Jahre alter Tatverdächtiger soll entsprechende Kontakte haben. Der Mann ist flüchtig. Ob er der Täter ist, ist noch nicht bewiesen.