Beide Vorgänger waren in Skandalen belastet

Anti-Missbrauchs-Kämpfer wird Erzbischof in Washington

Ein profilierter Kämpfer gegen sexuellen Missbrauch wird Erzbischof von Washington: Papst Franziskus hat Wilton Gregory (71), seit 2004 Erzbischof von Atlanta, zum Erzbischof der US-Hauptstadt ernannt.

Nach Bekanntwerden von Missbrauchsfällen in den USA Anfang der 2000er Jahre war Gregory als damaliger Vorsitzender der US-Bischofskonferenz treibende Kraft für den Erlass strenger Normen zur kirchenrechtlichen Bestrafung und zur Prävention. Die von ihm mitformulierte „Charter for the Protection of Children and Young People“ gilt bis heute als Maßstab und Vorbild auch für andere Bischofskonferenzen.

Die Vorwürfe gegen die Vorgänger

Gregory folgt in Washington auf Kardinal Donald Wuerl (78), der im Oktober seinen Rücktritt angeboten hatte. Wuerl war im Zusammenhang mit dem Bericht über Missbrauchsfälle im US-Bundesstaat Pennsylvania in die Kritik geraten. Dem 78-Jährigen werden Vertuschungen in seiner Zeit als Bischof von Pittsburgh (1988-2006) vorgeworfen.

Zudem soll Wuerl von den sexuellen Vergehen seines Vorgängers in Washington, Theodore McCarrick (88), gewusst haben – was Wuerl bestreitet. Er war 2006 als McCarricks Nachfolger zum Erzbischof der US-Hauptstadt und 2010 zum Kardinal ernannt worden.

Wer ist Wilton Gregory?

Der neue Erzbischof von Washington, Gregory, wurde am 7. Dezember 1947 in Chicago geboren. Von 2001 bis 2004 war er als erster Afroamerikaner Vorsitzender der US-Bischofskonferenz. Auch als Erzbischof von Washington amtierte bisher kein Afroamerikaner.