Dompropst Kurt Schulte: Wir dürfen keine Funktionäre sein

Antonius Hamers feierlich ins Domkapitel in Münster aufgenommen

Antonius Hamers (50) ist neues Mitglied des Domkapitels am Münsteraner Dom. Während einer feierlichen Vesper nahm ihn Dompropst Kurt Schulte in das Gremium auf. Das Domkapitel ist ein bischöfliches Beratungs- und ein Aufsichtsgremium, zudem wählt es den Bischof aus einer vom Papst vorgelegten Dreierliste. Darüber hinaus verwaltet es „zeitlichen Güter“ der Domkirche und feiert die Gottesdienste im Dom.

Dem münsterschen Domkapitel gehören zehn in Münster wohnende („residierende“) sowie sechs außerhalb lebende („nicht residierende“) Domkapitulare an. Sie werden vom Bischof mit Zustimmung beziehungsweise nach Anhörung des Kapitels ernannt.

Hamers erhielt aus den Händen des Dompropstes das Kapitelskreuz, das Birett als Kopfbedeckung sowie die Kapitelssatzung. Feierlich sprach er das Große Glaubensbekenntnis, gelobte Treue zur Kirche und schwor, indem er die Hand auf das Evangeliar legte, zum Wohl der Domkirche zu wirken. Anschließend führte Schulte den neuen Domkapitular zu seinem Platz im Chorgestühl.

Schulte: Christus führt in die Weite

Mit Blick auf das Fest der Bekehrung des Apostels Paulus, Patron des Doms, am selben Tag sagte Schulte, damit aus Saulus Paulus habe werden können, habe es einer konkreten Begegnung mit Jesus bedurft. „Das ist unsere Aufgabe in dieser Zeit: Menschen hinführen zur Begegnung mit Christus, ihnen zu zeigen, dass das, was wir verkünden, nicht in die Enge, sondern in die Weite führt, und dass Gott das Leben aller Menschen reich machen will“, sagte der Dompropst. „Um diese Aufgabe zu erfüllen, müssen wir uns Tag für Tag ergreifen lassen, dürfen wir keine Funktionäre, sondern müssen Begeisterte sein.“

Antonius Hamers wurde 1969 im sauerländischen Lennestadt geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Jura und wurde auch in diesem Fach promoviert. Später studierte er Theologie und wurde 2008 in Münster zum Priester. Seit 2014 leitet Hamers das Katholische Büro in Düsseldorf, das die nordrhein-westfälischen Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn gegenüber der Landespolitik vertritt.