GESELLSCHAFT

Laschet: Kirchen melden sich zu selten politisch zu Wort – das hat Folgen

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Der CDU-Politiker warnt die Kirchen vor Selbstbeschäftigung. Warum er auch das Gemeinwohl gefährdet sieht.

Von jjo, KNA

Mehr gesellschaftspolitische Beiträge der Kirchen wünscht sich der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Die Kirchen meldeten sich zu selten zu Wort und verlören sich in internen Reformdebatten, sagte Laschet bei den "Salzburger Hochschulwochen". Das hinterlasse eine Lücke, in die Populisten stoßen könnten: “Das ist Gift für das Gemeinwohl."

Laschet betonte, sozial- wie sicherheitspolitische Aufbrüche der Nachkriegszeit seien oftmals aus christlicher Motivation entwickelt worden. Christen hätten "auch heute noch eine Menge anzubieten", so der CDU-Politiker mit Verweis auf die Katholische Soziallehre.

Christen und der Umbruch in Osteuropa

So sei das Prinzip der Solidarität ein katholisches, das es bis hinein in die europäischen Verträge geschafft habe und in einem föderalen Staat ungebrochen aktuell sei. Auch hätten Christen wesentlich Anteil an den friedlichen Umbrüchen in Osteuropa und am Fall der Berliner Mauer.

Über gesellschaftspolitische Beiträge der Kirchen hatte es im Frühjahr nicht zuletzt in der CDU eine kontroverse Debatte gegeben. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hatte - anders als Laschet - die Kirchen vor zu vielen politischen Einmischungen gewarnt. - Laschet wird am 20. August zu einem Vortrag im Dom in Münster erwartet.

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