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Der CDU-Politiker war Kirchenzeitungs-Chefredakteur

Armin Laschet: Katholik, Kandidat – und demnächst Kanzler?

  • Armin Laschet hat sich im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union durchgesetzt.
  • Der 60-Jährige ist katholisch aufgewachsen und bis heute kirchlich geprägt.
  • Als NRW-Ministerpräsident pflegt er einen kooperativen Regierungsstil.
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Die Entscheidung fiel in der Nacht: Mit deutlicher Mehrheit sprach sich der CDU-Bundesvorstand für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union aus. Nach stundenlangen Beratungen stimmten 31 Mitglieder in geheimer Wahl für den Bundesvorsitzenden der Partei und nordrhein-westfälischen Regierungschef. Auf seinen Kontrahenten, den CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, entfielen neun Stimmen; es gab sechs Enthaltungen.

Das unionsinterne Rennen um die Kandidatur zur Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte sich eigentlich bereits im Januar entscheiden, als Laschet sich gegen seine Mitbewerber Friedrich Merz und Norbert Röttgen bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden durchsetzte. Doch dann kursierte immer öfter auch der Name Söder. Dieser versicherte nun, Laschet beim Kampf um das Kanzleramt „ohne Groll mit voller Kraft“ zu unterstützen.

Rheinischer Katholik

In seiner Bewerbungsrede zum CDU-Vorsitzenden im Januar hatte sich Laschet als Kandidat der Mitte und der Kontinuität, mit Regierungserfahrung und einem Herzen für die Sorgen der Menschen positioniert. Zugleich setzte er auf Authentizität: „Ich bin nicht der Mann der perfekten Inszenierung, sondern Armin Laschet.“

Der 60 Jahre alte Politiker macht aus seiner rheinisch-katholischen Herkunft keinen Hehl. Seit dreieinhalb Jahren ist er Chef der schwarz-gelben Landesregierung im bevölkerungsreichsten Bundesland und führt zugleich den größten Landesverband seiner Partei.

Messdiener, Gruppenleiter - und Kirchenbindung bis heute

Der Jurist und Journalist Laschet war Sohn eines Aachener Bergmanns, der später zum Lehrer umschulte. Dass Armin Laschet und seine drei Brüder studieren konnten, sei keine Selbstverständlichkeit, seinen Eltern aber sehr wichtig gewesen. „Mein Vater hat mir so gezeigt, dass sich Arbeit lohnt und dass Aufstieg möglich ist“, sagt der Politiker. Mit 28 Jahren wurde er Ratsherr in Aachen, später Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament.

Als Jugendlicher war Laschet Messdiener und Gruppenleiter in seiner Pfarrei. Die Kirche ist nicht nur der Ort, an dem er erste Kontakte zur CDU knüpfte - auch seine Frau Susanne lernte er im dortigen Kinderchor kennen und heiratete sie mit 24 Jahren.

Chefredakteur der Kirchenzeitung

Seinen Wunsch, nach dem Jura-Studium Journalist zu werden, setzte Laschet beim Bayerischen Fernsehen und dem Privatsender Radio Charivari um. 1991 wurde er Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen. Von 1995 bis 1999 war er Geschäftsführer des Aachener Einhard-Verlags, ehe er ganz in die Politik wechselte.

Als Ministerpräsident pflegt er ein betont freundliches Verhältnis zu den Kirchen. Bei einer Privataudienz holte er sich unlängst den Segen von Papst Franziskus, den er dabei zu einem Besuch in Deutschland einlud.

Verhältnis zu Papst und Kirchen

Im Papst sieht Laschet eine treibende Kraft, die gerade auch in der Corona-Krise auf den Zusammenhalt in der Weltgemeinschaft drängt. „Franziskus fordert uns alle zu mehr Kompromissbereitschaft für globale Lösungen und mehr Einsatz in internationalen Organisationen auf - und trifft damit den Kern vieler Konflikte dieser Tage“, so Laschet.

Bei den Corona-Lockdowns lehnt der NRW-Regierungschef einen Eingriff des Staates in die Religionsfreiheit ab. Im Unterschied zu anderen Ländern habe seine Regierung zur Kenntnis genommen, dass die Gemeinschaften selbst entsprechende Regeln erlassen hätten, so Laschet.

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