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Gebürtiger Niederrheiner forschte und lehrte an der Universität Münster

Arnold Angenendt ist tot – Kirchenhistoriker wurde 86 Jahre alt

  • Der renommierte Kirchengeschichts-Professor Arnold Angenendt ist tot.
  • Der gebürtige Niederrheiner forschte und lehrte lange Jahre an der Universität Münster.
  • Requiem und Beisetzung finden am Montag, 16. August, in Münster statt.
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Der renommierte Kirchengeschichts-Professor Arnold Angenendt ist tot. Das bestätigte die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Angenendt starb in der Nacht zum Montag; an diesem Donnerstag wäre er 87 Jahre alt geworden. Die Beisetzung des Verstorbenen findet am Montag, 16. August, in Münster statt.

Internationale Beachtung fanden seine mentalitäts- und sozialgeschichtlichen Studien zur „Geschichte der Religiosität im Mittelalter“, so auch der Titel seines Buchs aus dem Jahr 1997. Große Anerkennung erntete Angenendt 2007 auch für das Werk „Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert“. Darin widerlegt er zahlreiche klassische Vorurteile gegen das Christentum hinsichtlich Inquisition, Hexenverbrennung und den Umgang mit Ketzern.

Lange Jahre Professor in Münster

Angenendt wurde am 12. August 1934 im niederrheinischen Goch geboren und am 2. Februar 1963 in Münster zum Priester geweiht. 1971 promovierte er in Katholischer Theologie, 1975 habilitierte er sich in dem Fach. 1976 wurde er als Professor für Kirchengeschichte an die Universität Bochum berufen.

1981 kehrte er an die Universität Münster zurück, wo er bereits als Assistent gearbeitet hatte. Nach zwei Jahren als Liturgiewissenschafts-Professor übernahm er 1983 den Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte. Ihn hatte er bis zur Emeritierung 1999 inne. Als Ruheständler forschte er weiter am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster.

Bedeutende Bücher

Angenendt war Gastprofessor in Princeton und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Seit 1997 war er Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, seit 1999 theologischer Ehrendoktor der Universität Lund in Schweden.

2015 veröffentlichte der an Parkinson erkrankte Theologe das Buch „Ehe, Liebe und Sexualität im Christentum“. Darin fordert er, Pflichtzölibat und katholische Sexuallehre auf den Prüfstand zu stellen. 2018 erschien sein Buch „Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Toleranz in der Geschichte des Christentums“.

Mitreißender und humorvoller Redner

Angenendt war ein mitreißender, humorvoller Rhetoriker und Prediger. Er sagte einmal, er habe seine Grabplatte bereits anfertigen lassen, die Inschrift laute: „Hier ruht einer, der fortwährend gutachten musste. Mögest du, oh Herr, ihn nicht schlecht achten.“ Ob er das augenzwinkernd gemeint hat, muss vorerst offen bleiben.

Requiem und Beisetzung am 16. August
Das Requiem für Arnold Angenendt wird am Montag, 16. August, um 9.30 Uhr in der St.-Theresia-Kirche, Waldeyerstraße 60, in Münster gefeiert; der Eucharistiefeier steht Weihbischof Stefan Zekorn vor, ein Schüler Angenendts, wie "Kirche-und-Leben.de" aus dem Umfeld des Verstorbenen erfuhr. Um 11 Uhr schließt sich die Beisetzung auf dem Zentralfriedhof in Münster an. | mn

Update 21 Uhr: Informationen zu Requiem und Beisetzung.

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