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Pfarreien in Lohne und Voerde bieten coronagerechte Variante „to go“

Asche in Dosen für das Aschenkreuz daheim

  • In diesem Jahr wird in den Gottesdiensten kein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet, sondern die Asche berührungslos aufgestreut.
  • Einige Gemeinden bieten Asche in Dosen zum Abholen an – ergänzt mit Gebetskarten oder Segensflyern.
  • Das Aschenkreuz spenden sich die Gläubigen dann zuhause gegenseitig oder selbst.
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Corona-Zeiten erfordern kreative Lösungen: Im oldenburgischen Lohne und in Voerde am Niederrhein gibt es in diesem Jahr an Aschermittwoch die traditionelle Asche zum Mitnehmen in kleinen Dosen – zusätzlich zu geplanten Gottesdiensten. „Es ist ein Angebot für Menschen, die in diesen Tagen keinen Gottesdienst besuchen können oder möchten“, sagt Christine Gerdes, Pastoralreferentin in St. Gertrud Lohne im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“.

Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen oder Asche aufs Haupt streuen zu lassen. Die aus gesegneten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße. In diesem Jahr geschieht der Ritus in allen Gottesdiensten kontaktlos und ohne direkt gesprochenes Gebet.

Aschedöschen an zentralen Plätzen in Lohne

In Lohne entstand die Idee vom „Aschenkreuz to go“ in den Ausschüssen der Pfarrei „Glaubenskommunikation“ und „Blickpunkt Mensch“. „Die Menschen sind eingeladen, sich die Asche gegenseitig oder selbst auf die Stirn zu zeichnen, um dieses Ritual zu Beginn der Fastenzeit für sich zuhause zu leben“, erklärt Gerdes.

Die kleinen mit Asche gefüllten Dosen verteilen die Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinde zusammen mit einer Gebetskarte an vier zentralen Orten im Freien, zum Beispiel am Friedhof oder an der Wallfahrtsstätte Anna-Klus: „Dieser Ort ist wirklich wie ein ,Drive-In‘. Man kann auf der einen Seite einfahren, auf der anderen wieder hinaus. Insgesamt haben wir Plätze ausgesucht, wo man gut hinkommen kann.“

500 Dosen vorbereitet

Wie viele Menschen das Angebot annehmen werden, wissen die Organisatoren nicht: „Wir haben 500 Dosen vorbereitet“, berichtet Gerdes.

Wichtig ist den Seelsorgern auch, dass es nicht nur um das schnelle Abholen geht: „Wir stehen für ein Gespräch oder kurzen Austausch bereit, für diejenigen, die es wünschen“, sagt die Pastoralreferentin. „Natürlich verzichten wir gerade auf sehr viel.“

Aber Fastenzeit sei für sie mehr als Verzicht: „Es ist der Start in eine Zeit, in der ich mich neu in Gott festmachen kann.“ Denn hinter dem Kreuz als Symbol für die Vergänglichkeit stehe trotz allem immer die Zusage, „dass ich nicht verloren bin, sondern getragen von der Liebe Gottes“.

In Voerde fällt fahrende Kirche aus

Diese Botschaft wollten auch die Seelsorger der Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Voerde am Niederrhein verkünden und in diesem Jahr am Aschermittwoch mit der mobilen Kirche durch die Stadt zu ziehen: „Aber die aktuellen Corona-Schutzvorschriften lassen das nicht zu“, heißt es auf der Internetseite der Pfarrei.

Aber ganz wollte die Gemeinde die Idee nicht aufgeben. Daher bietet sie nun ein „Aschenkreuz to go“ an. So wurde in den Karnevalstagen gesegnete Asche in 300 kleine Döschen gefüllt und ein Blatt mit Anregungen zur Bedeutung der Asche und der Fastenzeit erstellt.

Aschedosen an den Kirchen

„Letztlich geht es in der Fastenzeit darum, wieder mehr zu sich selbst zu finden und den Kontakt mit Gott intensiver zu gestalten“, beschreibt Pastoralreferent Markus Gehling den Hintergrund. Ergänzend dazu wurden nach einer Idee seiner Kollegin Mariele Reppenhorst Meditationskarten mit einem Zitat von Ödön von Horvath gedruckt: „Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu“, steht unter passenden Fotos auf dem Flyer, der auch mit weiteren Anregungen zur Fastenzeit versehen ist.

„Der Satz kann uns anregen, einmal über notwendige Veränderungen nachzudenken und wie man eigentlich gern leben möchte“, schreiben die Pastoralreferenten. Die Asche und die Meditationskarten mit Anregungen für die Fastenzeit werden an den Kirchen St. Elisabeth, St. Peter und St. Paulus bereitgestellt.

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