GESELLSCHAFT

Suizid-Wünsche: So sollen katholische Einrichtungen reagieren

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Die katholische Kirche lehnt jede Beihilfe zum Suizid ab. Aber das Thema kommt auch in kirchlichen und Caritas-Häusern auf. Dafür gibt es Leitlinien.

Von KNA

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Deutsche Caritasverband sprechen sich deutlich gegen Beihilfe zum Suizid aus. "Mit Sorge wenden wir uns gegen alle Bestrebungen, Praktiken der Suizidassistenz in unserer Gesellschaft zu verankern", heißt es in neu veröffentlichten Leitlinien zur Suizidprävention.

Bischöfe und Caritas betonen darin die katholische Überzeugung, "dass menschliches Leben heilig ist und nicht durch Menschenhand beendet werden darf – auch nicht durch die eigene". Assistierte Suizide zu ermöglichen, sei daher nicht die richtige Antwort bei Suizidwünschen.

Katholische Kirche: "Kultur der Lebensbejahung"

"Die Durchführung von Förderungshandlungen zur Selbsttötung (Suizidassistenz) widerspricht dem Selbstverständnis von Einrichtungen in katholischer Trägerschaft", heißt es. Mitarbeiter in den Einrichtungen dürften daher weder selbst Suizidbeihilfe leisten noch derartige Maßnahmen von außenstehender Seite zulassen, also auch nicht durch sogenannte Sterbehilfevereine. Das Thema solle aber in den Einrichtungen nicht tabuisiert werden.

Es gehöre zu einer "Kultur der Lebensbejahung", Menschen in Krisen nicht allein zu lassen. Sterbewünschen solle im Gespräch mit Betroffenen einfühlsam und nicht wertend begegnet werden. Zugleich sei es wichtig, die katholische Position der Lebensbejahung und Suizidprävention offen und transparent zur Sprache zu bringen.

Hospizarbeit weiter fördern

Suizidprävention sei auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, betonen Bischöfe und Caritas. Daraus ergebe sich, die Palliativversorgung und Hospizarbeit zu fördern und bei Depressionen professionelle Hilfe zu leisten.

In kirchlichen Einrichtungen sollen sich daraus niedrigschwellige Angebote zur Suizidprävention ergeben, vor allem durch Psychotherapeuten und Ärzte. Auch sei es nachweislich wichtig, die Möglichkeiten für Suizide zu begrenzen, etwa indem der Zugang zu Medikamenten erschwert werde.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe
Menschen mit Suizidgedanken können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist unter den Rufnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 täglich rund um die Uhr erreichbar, berät kostenfrei und anonym. Der Anruf findet sich weder auf der Telefonrechnung noch in der Übersicht der Telefonverbindungen wieder. Es gibt auch eine E-Mail-Beratung. Der Mailverkehr läuft über die Internetseite der Telefonseelsorge und ist nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden. Hier geht es zur Telefonseelsorge.

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