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Themenwoche „Faszination Pfadfinden“ (5) - DPSG Heilig Kreuz Münster

Aufnahmestopp und Leitermangel - wo es bei Pfadfinder-Stämmen klemmt

  • Der Pfadfinderstamm Heilig Kreuz in Münster hat es mit speziellen Anforderungen einer Großstadt zu tun.
  • Das führte vor Jahren zeitweise zu einem Aufnahmestopp.
  • Heute ist es eher die Herausforderung, Leiterinnen und Leiter zu finden.
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Die Nachfrage beim Stamm der Pfadfinder St. Georg (DPSG) in der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Münster war immer groß. Vor etwa zehn Jahren gab es aber einen solchen Zulauf, dass die Verantwortlichen „Stopp!“ sagen mussten. Sie konnten einfach keine Wölflinge mehr aufnehmen, die Gruppen war pickepacke voll. Für 18 Monate konnte in der Pfarrei kein Kind seine Pfadfinderlaufbahn beginnen.

Anschließend gab es Wartelisten und nur wenn ein Wölfling zu den Jungpfadfindern hochgestuft wurde, konnte sein Platz neu vergeben werden. „Der Stau führte durchaus zu kuriosen Situationen“, erinnert sich Anke Baumhöfer, die damals im Leitungsteam des Stamms aktiv war. Zum Beispiel meldete sich die Mutter eines Wölflings, die sich dafür einsetzen wollte, dass der beste Freund ihres Sohnes auch Pfadfinder werden konnte. „Sie verwies auf eine großzügige Geldspende ihres Mannes für die neuen Liederbücher.“ Die damalige Wölflingsleiterin ließ sich aber nicht darauf ein. Das hätte einem Eintrittsgeld in die DPSG Tür und Tor geöffnet.

Viel Konkurrenz in einer Großstadt

Einen Aufnahmestopp gibt es bei den Pfadfindern in Heilig Kreuz schon lange nicht mehr. Überfüllt sind die Gruppen derzeit nicht. Der Zulauf steigt nach einem Rückgang während der Corona-Pandemie aber langsam wieder an. Das liegt auch an einem neuen Angebot für die Vier- bis Sechsjährigen, den „Bibern“, sagt Judith Frieser aus der aktuellen Leitung des Stamms. „Wir müssen uns mittlerweile schon bemühen, uns gegen die vielen konkurrierenden Angebote in einer Großstadt zu behaupten.“

Eine Einschränkung kommt dabei immer wieder zum Tragen: „Wir müssen vermehrt Werbung für neue Leitungskräfte machen.“ Als Studentenstadt ist der Stamm auch von Studierenden abhängig, die nach ihrer Pfadfinderzeit in ihren Heimatorten in Münster aktiv werden können. Die Fluktuation ist groß und es müssen immer wieder neue Kräfte gefunden werden. Die Studentenstadt hat dabei auch mit dem Problem der hohen Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Die Attraktivität dieser Ehrenämter ohne große finanzielle Aufwandsentschädigung ist damit kaum gegeben.

Erleben von Gemeinschaft

Etwa vierzig Mitglieder hat der Stamm heute. Die Zahl führt zeitweise dazu, dass Altersstufen zusammengelegt werden müssen, um die Betreuung zu ermöglichen. Trotzdem will das Leitungsteam weiter Werbung machen, sagt Frieser. „An Attraktivität mangelt es nicht.“ Sie sieht in dem Zusammensein der Pfadfinder einen wichtigen Gegenentwurf zu den vielen klassischen Angeboten der Großstadt. „Es geht nicht wie in Sport- oder Musikvereinen um Talent oder Können in einem speziellen Bereich, sondern um Gemeinschaft, das Erleben der großen Pfadfinderschaft, auch mit vielen internationalen Kontakten.“

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