Jens-Kjönig-Upmeyer aus Havixbeck über eine Hausordnung für die ganze Welt

Auslegung der Lesungen vom 25. Sonntag im Jahreskreis (C)

 Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um? Wie mit dem Geld, das wir zur Verfügung haben? Das Evangelium dieses Sonntags erzählt von einem Skandal. Oder doch nicht? Erläuterungen von Jens König-Upmeyer aus Havixbeck.

Zu Hause ist es doch am Schönsten. Mit den Lieben gemeinsam zu Abend zu essen, einen gemütlichen Filmabend zu verbringen oder lange Gespräche bei einem Glas Wein zu führen. Dann bin ich zu Hause. Wem geht es nicht so? Zuhause zu sein ist ein wunderschönes Gefühl.

Kein Wunder also, dass wir schon im 4. Jahrhundert vor Christus die ersten Texte finden, die sich mit dem Thema „Haushalt“ auseinandersetzen. Aus einer langen Tradition heraus beschäftigen sich Philosophen und Theologen mit dem Hausthema. Dabei geht es in den Schriften um die Ordnung im Haus: Wer ist wofür im Haushalt verantwortlich? Aber auch erste wirtschaftliche Fragen kommen zur Sprache: Wie funktioniert Handel? Wie kommt ein gerechter Preis zustande? In welchem Rahmen ist es noch ethisch vertretbar, Gewinn zu erzielen?

Unmögliches wird möglich

Die Lesungen vom 25. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C) zum Hören finden Sie hier.

Spätestens durch die Industrialisierung geraten solche Fragen in den Hintergrund. Durch große Maschinen wird auch die Produktion immer mehr gesteigert. Dinge werden möglich, die vorher undenkbar waren. So gerät die Frage nach dem richtigen Haushalten im Großen wie im Kleinen in den Hintergrund.

Umso spannender, dass Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato Si” auf die Hausmetaphorik wieder aufnimmt. Wenn er vom gemeinsamen Haus spricht, dann meint er damit die gesamte Erde. Er spricht damit das globale Thema unserer Zeit an: die Klimakrise. Es braucht eine gemeinsame Hausordnung, um dieser Krise entgegenzustehen. Eine Ordnung, die jeden etwas angeht, denn nur so können wir etwas verändern. Nichts anderes fordern die vielen Schülerinnen und Schüler jeden Freitag, wenn sie auf die Straßen gehen, um für den Klimaschutz zu streiken. Demgegenüber stehen jedoch große wirtschaftliche Interessen. Sodass Forderungen nicht selten als nicht-realisierbar abgetan werden.

Lebt gerecht, nicht im Übermaß!

Der Autor
Jens König-Upmeyer.
Jens König-Upmeyer ist Pastoralreferent in den Gemeinden St. Dionysius und St. Georg Havixbeck. | Foto: privat

Eine wichtige Tugend ist das Maßhalten. Genau darauf bezieht sich bereits der Prophet Amos in der ersten Lesung dieses Sonntags. Nicht in Übermaß und mit Habgier sollt ihr leben, sondern gerecht. Er verurteilt all jene, die nur auf den Profit aus sind. „Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld“, tun wir das nicht genauso mit unserem Müll heute? Ist es nicht unserer Aufgabe für unser gemeinsames Haus zu sorgen?

Worauf kommt es also an? Für Paulus ist es ganz klar: Besinnt euch auf das, worauf es wirklich ankommt: Gott hat sich für uns hingegeben, damit wir ihn und seine Liebe erkennen und aus ihr heraus unser Leben führen. Als Christen ist es unsere Aufgabe – so stellt Paulus fest – „in Bitte und Gebet, in Fürbitte und Danksagung, und zwar für alle Menschen“ – also das ganze Haus der Menschheit – zu beten. Doch nicht nur das Gebet, so stellt der Evangelist Lukas fest, ist zentral, sondern die wahrhaftige Annahme der Verantwortung für das gemeinsame Haus.

Betrug und Skrupellosigkeit

Im Evangelium lesen wir an diesem Sonntag das Gleichnis vom unehrlichen Verwalter. Von einem reichen Mann beauftragt, verpulvert der Verwalter das ganze Geld. In seiner Verzweiflung versucht er mit zweifelhaften Mitteln, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, indem er den Herrn um seinen Anteil betrügt. Der unehrliche Verwalter ist das Paradebeispiel eines berechnenden und skrupellosen Mannes.

Jesus stellt fest, dass diese Tat nichts mit dem wahren Dienst an Gott zu tun hat. Denn es kommt darauf an, sich zu entscheiden für den richtigen Weg – für den Weg mit Gott. „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ Nur ein Weg ist in der christlichen Nachfolge der richtige. Es gibt kein Dazwischen. Christliches Leben hat also Konsequenzen. Denn es bedeutet, sich mit dem, was man zu geben hat, für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung – unseres Hauses – einzusetzen.

Die Stärke des Christentums

Ist uns nicht die ganze Erde von Gott – als unser gemeinsames Haus – in der Schöpfung anvertraut worden? Im Kleinen können wir erste Schritte gehen, indem wir die Verantwortung in unserem Alltag ernst nehmen. Wenn wir uns zusammentun, werden die Schritte größer. Das Christentum hat sich immer durch eine Stärke ausgezeichnet: dass wir Christen etwas gemeinsam angepackt haben – in unseren Familien, in der Nachbarschaft oder in unseren Gemeinden. Gerade dort zeigen wir gemeinsam Stärke und setzen uns für unser Haus ein, damit wir uns alle dort, wo wir leben, noch lange zuhause fühlen können. Ist es nicht das, worauf wir hoffen? Zuhause ist es doch am Schönsten.

Sämtliche Texte der Lesungen vom 25. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C) finden Sie hier.