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Fehler gehören zur menschlichen Existenz dazu. Darüber zu urteilen, erscheint einfach. Doch das ist nicht der Weg Jesu, der Orientierung geben will.
„Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ Viele kennen dieses Sprichwort. Grob übersetzt heißt es: Wir sollten nicht auf den Fehlern anderer herumreiten, wenn wir dieselben gemacht haben. Zum Beispiel, wenn einer ständig zu spät kommt, aber man selbst Probleme hat, pünktlich zu sein, dann diesen genau dafür immer wieder zu kritisieren. Doch wie schnell vergessen wir das? Vielleicht auch, weil es uns selbst nervt, dass wir immer wieder zu spät kommen und gerne pünktlicher wären.
Wir machen nicht gerne Fehler, geben sie nicht gerne zu, aber sie sind nun mal menschlich. „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Das ist nicht nur ein Sprichwort. Es ist mehr.
Spannung zwischen Gesetz und Jesu Botschaft
Was ist im Evangelium eigentlich passiert? Es war an einem Tag, an dem die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau beim Ehebruch ertappt haben und nun eine Verurteilung verlangen. Zur Zeit Jesu war Ehebruch eine große Sünde, denn man brach nicht nur das Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen“, sondern man brach damit auch den Bund mit Gott. Eine Sünde, für die laut dem Gesetz die Todesstrafe, meist durch Steinigung, üblich war.
Als die Schriftgelehrten die Frau zu Jesus brachten und ihn fragten, was sie jetzt tun sollten, stellten sie ihn damit auf die Probe. Es ging nicht mehr nur um die Tat der Frau, sondern sie wollten wissen, was Jesus dazu sagte. Sie wollten ihn überprüfen. Kurz sieht es aus, als hätten die Schriftgelehrten es geschafft, Jesus vor ein Dilemma zu stellen. Denn hier tut sich eine Spannung zwischen zwei Feldern auf: Gesetz und Jesu Botschaft. Falls Jesus sich zu seiner Botschaft bekennt, geht er in großen Widerspruch zum Gesetz. Bleibt er jedoch beim Gesetz, verrät er seine Botschaft.
Jesus geht einen Schritt weiter
Die Lesungen vom 5. Fastensonntag / Lesejahr C zum Hören finden Sie hier.
Doch es ist kein Dilemma. Es ist nicht unüberbrückbar, zumindest nicht für Jesus und für Gott. Jesus spricht: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Und niemand verurteilt die Frau. Keiner wirft einen Stein, auch Jesus nicht. Er sagt: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“
Jesus bleibt beim Gesetz, denn er verharmlost die Tat nicht. Jesus verurteilt die Frau nicht, aber er spricht sie eben auch nicht frei. Die Frau hat gesündigt und trotzdem bleibt er bei seiner Botschaft. Er geht damit noch einen Schritt weiter. Denn dadurch, dass auch kein anderer einen Stein geworfen hat, sagt er: „Niemand von uns Menschen ist ohne Sünde, ohne Fehler.“ Es wird dabei betont: Das Unrecht nimmt Jesus ernst, aber er steht wie Gott für Einsicht, Umkehr und Vergebung.
Menschen machen Fehler