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Wie gehen wir mit anderen Menschen um? Wie führen wir selbst ein gelingendes Leben? Das Evangelium gibt gleich mehrere Impulse dazu.
„Von Gott kann nur jemand erzählen, der sich im Herzen über Gott freut.“ So ist das Evangelium dieses Sonntags in leichter Sprache überschrieben, das ich im Gottesdienst für Menschen mit Behinderung im Anna-Katharina-Stift Karthaus in der Regel verwende.
Darum geht es auch bei Jesus Sirach in der ersten Lesung in vier Bildern. Er führt uns vor Augen, wie ein gottesfürchtiger Mensch sein soll. In Kurzform regt er uns zum Nachdenken über den Menschen an. Es ist wie damals beim Dreschen von Getreide. Durch zwei Siebe – ein grobes und ein feinmaschiges Sieb – wird die Spreu vom Getreide getrennt. Bevor wir über jemanden urteilen, sollten wir überlegen, welche Fehler bei einem Menschen sichtbar werden. Erst dann kann ich über einen Menschen gerecht urteilen.
Welche Voraussetzungen bringen Menschen mit?
Das zweite Beispiel, die Hitze eines Töpferofens, bringt die Qualität eines Tongefäßes ans Licht. Es verzeiht auch kleinste Lufteinschlüsse nicht. Durch Luftbläschen wird das Gefäß beim Brennen gesprengt und geht kaputt. Habe ich den Menschen zu oberflächlich betrachtet, den Ton nicht lange genug geknetet? Ist das, was ich wahrnehme bei anderen, vielleicht heiße Luft?
Im dritten Beispiel wird deutlich, wie im Berg und Hügelland von Israel fruchtbare Böden mit Böden von geringer Fruchtbarkeit wechseln. Dementsprechend gedeihen Nutzpflanzen und Bäume mal besser, mal schlechter. Das wirkt sich auf den Ertrag und die Früchte aus. Welche Voraussetzungen bringt ein Mensch mit, wenn er sein Leben lebt und gestaltet? Warum kann er oder sie sich in seinem oder ihrem Herzen nicht über Gott freuen?
Anleitung für ein gelingendes Leben
Die Lesungen vom 8. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr C zum Hören finden Sie hier.
In der zweiten Lesung mahnt Paulus: Denkt daran, dass eure Mühe, als Christ zu leben, nicht vergeblich ist. Paulus hält daran fest, dass der Glaube an die Auferstehung selbst ganz zentral, ja unabdingbar für den christlichen Glauben überhaupt ist. So heißt es in 1 Kor 15, 14: „Ist aber Christus nicht aufgeweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube.“
Auferstehung ist keine Vertröstung, sondern es geht darum, wie das Leben im Hier und Jetzt gestaltet und gelebt wird. Wie erfüllt mich der Glaube? Gott hat Macht über den Tod, und Gott ist mir nahe. Er geht mit mir durch das Leben und durch den Tod. Es bedeutet nicht, dass ich ein bequemes Leben voller Harmonie habe; sondern dass es ein sinnvolles, erfülltes Leben ist, das auf ein Leben in Fülle hinweist (vgl. Joh 10, 10): „Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Und: „Dass meine Freude in euch ist, damit eure Freude vollkommen wird“ (Joh 15,10). In leichter Sprache heißt es. „Von Gott kann nur jemand erzählen, der sich im Herzen über Gott freut.“ Darum schließt das heutige Evangelium an das vom letzten Sonntag an. Es hieß dort: „Richtet nicht, verurteilt nicht“. Jesus stellt wie in der ersten Lesung bei Jesus Sirach in Kurzform Anleitungen zum gelingenden Leben ohne Heuchelei vor.
Sich selbst prüfen