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Ein Messias, der leidet, ist schwer zu ertragen. Warum wir Jesus immer wieder nach vorn stellen sollten, erklärt Jessika Tomkin.
Wir leben in einer Zeit, in der vieles darauf angelegt ist, Wege abzusichern. Für fast alles gibt es Versicherungen, Bewertungen, Warnhinweise, Ausweichrouten. Das ist vernünftig, aber es prägt auch unser Denken. Wir gewöhnen uns daran, dass ein guter Weg möglichst glatt sein soll. Ohne Reibung. Ohne Verlust. Ohne Kreuz.
Genau an dieser Stelle wird das Evangelium unbequem. Jesus beginnt, von seinem Weg, der vor ihm liegt, zu sprechen. „Von da an“, schreibt Matthäus. Diese drei Worte sind mehr als eine Zeitangabe, sie sind ein Einschnitt. Eben noch hat Petrus bekannt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Eben noch steht er da wie einer, der verstanden hat. Dann sagt Jesus, was Christussein für ihn bedeutet: Er wird nach Jerusalem gehen. Er wird leiden. Er wird getötet werden. Und am dritten Tag auferweckt.
Der Stein im Weg
Die Lesungen vom 22. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr A zum Hören finden Sie hier.
Petrus hält das nicht aus. Wer einen Menschen liebt, will ihn bewahren. Petrus will Jesus schützen; vielleicht will er auch seinen eigenen Glauben schützen, denn ein Messias, der leidet, passt nicht in das Bild, das er sich gemacht hat. Also nimmt er Jesus beiseite. Er stellt sich ihm in den Weg. Ausgerechnet Petrus, der Fels, wird zum Stein im Weg.
Das ist eine ernüchternde Szene, denn Petrus ist kein Gegner Jesu. Er gehört zu ihm. Er meint es gut. Gerade darum trifft uns diese Geschichte. Hindernisse für Gottes Weg entstehen auch mitten in der Nähe zu Jesus, mitten im eigenen, gut gemeinten Denken. Auch ich kann glauben, Jesus helfen zu müssen, indem ich ihm erkläre, welchen Weg er besser nicht gehen sollte. Auch ich kann mir einen Glauben wünschen, der Halt gibt, aber mich möglichst wenig verändert. Auch ich kann Jesus anrufen, solange er meine Pläne stützt, und unruhig werden, sobald er vorangeht in eine Richtung, die ich nicht gewählt hätte.