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Manchmal scheint es so, als ob Gott uns nicht zuhört. Warum wir trotzdem an seine Treue glauben dürfen, erklärt Schwester Hiltrud Vacker.
Gott ist immer da! Er ist stets mit uns. Es liegt an uns, dies in unserem Leben zu glauben und zu erfahren. Die Botschaft des heutigen Evangeliums ist: Beharrlich bleiben, Ausdauer haben und nicht gleich aufgeben. Jesus macht dies am Gleichnis mit der armen Witwe deutlich, die immer wieder zum Richter geht, um ihr Recht einzufordern. Witwen hatten in der damaligen Gesellschaft einen schweren Stand. Sie mussten sehen, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen, so musste die Witwe um ihr Recht kämpfen. Der Richter ist weder gottesfürchtig noch rücksichtsvoll, dennoch verschafft er der Witwe Recht, allerdings nur, um seine Ruhe zu haben.
Jesus sagt, dass Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, ebenfalls ihr Recht verschaffen wird. Vergleicht Jesus Gott also mit dem ungerechten Richter? Nein, das ist nicht die Botschaft. Jesus möchte den Jüngern und auch uns heute sagen: Bleibt beharrlich, seid treu und unermüdlich im Gebet. Gott ist treu – du kannst dich auf ihn verlassen. Wenn schon der ungerechte Richter seine Hilfe in der Not nicht verweigert, wie viel mehr wird Gott für dich da sein, wenn du ihn brauchst.
Gott ist treu
Die Lesungen vom 29. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr C zum Hören finden Sie hier.
Manchmal haben wir das Gefühl, dass Gott in unserer Not nicht da ist, unsere Gebete nicht erhört oder wir die erwartete Antwort nicht bekommen; dass Gott sehr weit weg ist. Jesus gibt uns eine andere Antwort: Zweifelt nicht an Gottes Treue! Gott ist treu – auf ihn könnt ihr euch hundertprozentig verlassen. In der Lesung aus dem Buch Exodus hören wir vom Kampf zwischen Amalek und Israel. Mose unterstützt diesen Kampf mit seinem Gebet auf dem Berg. Solange Mose die Hände zum Gebet hebt, ist Israel stärker. Als ihm nach langem Beten die Kraft in den Armen ausgeht, holen Aaron und Hur einen großen Stein, auf den er sich setzen kann, und stützen zudem seine Arme. Durch das inständige Gebet des Moses erlangt Israel den Sieg.
Hier begegnet mir ein Gottesbild, dem ich so nicht gut folgen kann. Für mich ist in dieser Erzählung aber entscheidend, dass das Volk unerschütterlich vertraut, dass Gott mit ihm ist. Ein Beispiel für die Kraft des Gebetes.