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Das Christkönigsfest wurde vor 100 Jahren eingeführt. Es bleibt aktuell, erklärt Pater Daniel Hörnemann OSB und legt die Lesungen aus.
Die herrschende Kultur zählt die „Einkaufstage“ bis zum großen Geschenkefest Weihnachten herunter. Der katholische liturgische Kalender hingegen fordert knapp vor Beginn der Adventszeit zum Innehalten auf und verkündet, dass Jesus Christus Herr und König über alle Dinge ist.
Die Feier des Christkönigsfests wurde vor genau 100 Jahren von Papst Pius XI. eingeführt. Es befremdet bis heute. Die „Roaring Twenties“, die „Wilden oder Goldenen Zwanziger“ Jahre waren eine turbulente Zeit. Der Erste Weltkrieg war gerade zu Ende, der alle Kriege beenden sollte, doch gab es bald Anzeichen für das Zusteuern auf einen weiteren Krieg. Fast alle Monarchien gingen unter. Die Weltwirtschaftskrise brachte zahllose Menschen in bittere Not. Lautstarke Führer verkündeten ihre Antworten auf diese Fragen. Benito Mussolini feierte 1925 sein drittes Jahr im Amt, die Partei des Aufwieglers Adolf Hitler, der gerade aus dem Gefängnis entlassen war, gewann in Deutschland rasch Popularität.
Typisch Kirche?
Die Lesungen vom Hochfest Christkönig / Lesejahr C zum Hören finden Sie hier.
Ausgerechnet in dieser unruhigen Zeit wies der Papst die Kirche an, einen Sonntag am Ende des Kirchenjahres vorzusehen für die Verkündigung „Jesus Christus ist König“. Das war doch wieder mal typisch Kirche, reaktionär, ewiggestrig, nachdem das Modell „Königtum“ im Gefolge des Ersten Weltkriegs restlos ausgedient hat, kam Pius XI. mit dem royalen Titel für Jesus Christus um die Ecke. Warum brachte er anscheinend rückwärtsgewandt diese Benennung wieder ins Spiel?
Er wollte „den Irrtum des Laizismus bekämpfen“, gegen die Gottlosigkeit angehen und „dem Versagen der Katholiken steuern“, welches sich in „Gleichgültigkeit und Furchtsamkeit der Guten“ äußere. Zugleich wollte er ein Zeichen der Hoffnung setzen. Regierungsformen und Königreiche kommen und gehen, doch Jesus bleibt immer der Herr. Welche Art von Herrscher ist er jedoch im Unterschied zu den vergangenen und vergänglichen menschlichen Spielformen?
Königtum im Widerspruch
Wir beten noch immer im Vater Unser: „Dein Reich komme!“ Es muss ein anderes sein als die, die wir kennen. Der Herrscher dieses Reiches kehrt die Maßstäbe um vom Beginn seines irdischen Weges, als er in einer Krippe zwischen Tieren geboren wurde, bis zum Ende seines Lebens, als er zwischen zwei Verbrechern hängend schmählich hingerichtet wurde.
Sein Königtum widersprach allen menschlich-weltlichen Erwartungen an Autorität, Macht und Privilegien. Jesus, der wahre König auf dem Thron Davids, sollte sich als ganz anderer König als jener erweisen.