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Wenn wir immer wieder das Licht anzünden in dunklen Zeiten, dann ist das Reich Gottes nahe, sagt Laurentius Schlieker und legt die Lesungen aus.
Das Leben bringt permanente Veränderung. Wir versuchen Voraussetzungen zu schaffen, dass es wie ein ruhiger Fluss ist. Aber wir geraten – oft unvorbereitet – in „Stromschnellen“ von Überraschungen und Gefährdungen. Jesus spricht vom Himmelreich, von einem Lebensraum, den wir nicht einrichten, und von einem Licht, das wir nicht selbst entzünden.
Wenn das Himmelreich ankommt, bin ich entspannt, muss ich nichts mehr beschützen und wegschließen, muss ich nach nichts mehr streben, nichts leisten, um nichts kämpfen. Das lastende Joch, den Stock des inneren und äußeren Antreibers hat jemand zerbrochen (Jesaja-Lesung). Das Himmelreich ist nahe! Jesus bietet den Fischern vom See Gennesaret und uns eine Ausbildung an, um in diesen Lebensraum gelangen zu können. Es geht darum, wie er im Vertrauen zu leben und zu lernen, uns gegen das Leben nicht zu wehren.
Vertrauensvorschuss
Die Lesungen vom 3. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr A zum Hören finden Sie hier.
Das Reich Gottes wächst im Vertrauensvorschuss Christus gegenüber. Wir kennen seine Lektionen aus den Evangelien: mit Jesus in den Sturm zu gehen, ihn mit unseren Ängsten zu begleiten, dem Schwierigen und Leidvollen nicht auszuweichen, sondern es mit ihm zu durchleben. Das Himmelreich empfängt, wer alles ins Vertrauen hineinzieht – und spürt, wie sich hier und dort das Joch löst und sich Befreiung einstellt. Das Evangelium fasst das gesamte Wirken Jesu zusammen, einschließlich der Berufung der ersten Jünger. Matthäus macht deutlich, dass Jesus sein Wirken fern von Judäa, von Jerusalem, vom Tempel, von den religiösen Autoritäten beginnt; denn das, was Jesus zu sagen hat, kommt von innen, es ist die Frucht seines Einsseins in Gott. Er ist die treueste Manifestation jenes „Himmels“, der Gott ist.
Wenn wir den Weg des Glaubens gehen, suchen wir das Licht, das Jesus Christus ist, und vertrauen darauf, dass auch andere es sehen können. Wenn wir selber Dunkelheit und Gottesferne erfahren, wenden wir uns denen zu, die in tiefe Verzweiflung geraten: persönlich, beruflich und politisch. Unser Herz offen zu halten für den Schmerz anderer und für das Leid der Welt und es auszuhalten, ist eine große Aufgabe. Statt die Finsternis zu verfluchen, sollen wir Licht anzünden, in unseren privaten und öffentlichen Beziehungen mit anderen zu unserem Glauben stehen, uns gegenseitig Halt schenken, auf die Güte des Herrn in unserem Leben bauen.